Allersberg – Es war ein ganz normaler Einkauf, doch er wurde für eine Familie aus Allersberg im Landkreis Roth Mitte April zum Albtraum: Der zweijährige Samuel verschluckte sich an einem Stück Wurst so schwer, dass er keine Luft mehr bekam. Die Mutter rief sofort um Hilfe. Mehrere Menschen reagierten unmittelbar. Einer der Ersthelfer war ein 25-jähriger Assistenzarzt und Feuerwehrmann. Er war, nachdem Rettungsdienst und weitere Einsatzkräfte alarmiert worden waren, über die „TEAM BAYERN Lebensretter-App“ über den Notfall informiert worden und als Erster zur Stelle, weil er zufällig in der Nähe war. Für den BRK ist der Fall Gelegenheit, für die App zu werben. Sie wurde vom Roten Kreuz gemeinsam mit dem Radiosender Bayern 3 entwickelt und kann über die gängigen App-Stores aufs Handy geladen werden.
Vor Ort war die Lage dramatisch. Samuel befand sich nach Angaben der Helfenden in einer Erstickungssituation mit Kreislaufstillstand. Schließlich gelang es den Ersthelfern, Samuel zu intubieren und den Buben zu stabilisieren. Auch in der Klinik blieb Samuels Zustand zunächst kritisch. Nach drei Tagen im künstlichen Koma begann er jedoch wieder zu sprechen und sich zu bewegen, berichtet BRK-Sprecher Sohrab Taheri-Sohi. „Nach zehn Tagen konnte Samuel das Krankenhaus verlassen. Heute ist er wieder gesund.“ Der Fall zeige eindrucksvoll, „wie wichtig schnelle und qualifizierte Hilfe in den ersten Minuten eines Notfalls ist“, sagt BRK-Landesgeschäftsführer Robert Augustin. Die App könnte „den entscheidenden Unterschied“ machen.MM