…bei Johannes Fischer. © privat
Die Sommer werden heißer, die Hitze-Strecken mit Tagen über 30 Grad und Nächten über 20 Grad länger. Gerade größere Städte kühlen sich dann nur schwer ab, deshalb bieten verschiedene Kommunen sogenannte Hitze-Telefone an, die besonders vulnerable Gruppen über die Gefahren aufklären. In Würzburg ist das Hitze-Telefon heuer bereits zum zweiten Mal am Start: Dort rufen Ehrenamtliche an Hitzetagen morgens die Nutzer an, um ans Durchlüften oder ausreichend Trinken zu erinnern. Johannes Fischer von der Seniorenvertretung der Stadt erklärt, weshalb solche Binsenweisheiten lebensrettend sein können.
Herr Fischer, wozu braucht‘s ein Hitze-Telefon?
Wir wissen inzwischen sehr genau, dass an Hitzewellen-Tagen mit über 30 Grad oder auch nach sogenannten tropischen Nächten mit über 20 Grad mehr Menschen sterben als an anderen Tagen. Diese „Übersterblichkeit“ spiegelt sich in den Totenschein-Diagnosen aber nicht wider, weil es dafür noch keine Codierungen gibt. Also steht dann Herz-Kreislauf-Versagen oder etwas Ähnliches, was keine direkten Rückschlüsse auf die Hitze als Ursache zulässt. Wir wollen mit unserem Hitze-Telefon – vor allem mit dem Fokus auf ältere Mitmenschen – konkret auf die Gefahren hinweisen und Hilfestellungen bieten.
Die Ehrenamtlichen rufen dann registrierte Nutzer morgens an – wie läuft so ein Anruf ab?
Unsere Ehrenamtlichen rufen an Hitze-Tagen zwischen 8.30 und 10 Uhr bei den registrierten Nutzern an – und zwar immer die gleichen Ehrenamtlichen die gleichen Nutzer. Zum einen, damit niemand Angst vor Fake-Anrufen haben muss. Zum anderen, weil die Ehrenamtlichen die gesundheitliche und Wohnsituation der Nutzer kennen. Also zum Beispiel: Hat jemand grundsätzlich Probleme damit, ausreichend zu trinken? Wohnt er oder sie in einer nicht gut gedämmten Dachgeschosswohnung? Oder gibt es bekannte Krankheiten, die bei Hitze besonders problematisch sind? Unsere Ehrenamtlichen geben dann praktische Tipps.
Aber Hitzeschutz ist ja jetzt keine Raketenwissenschaft…
…nein, das nicht, aber vor allem alleinstehende Seniorinnen und Senioren leben mitunter in ihrem Alltagstrott – und da schleicht sich manchmal eben eine gewisse „Trägheit der Einsamkeit“ oder manchmal auch Gleichgültigkeit ein. Klar, die Tipps, morgens durchzulüften, danach abzudunkeln und ausreichend zu trinken, mögen manchen wie Binsenweisheiten vorkommen. Aber tatsächlich ist es so: Solche Kleinigkeiten oder vermeintlichen Selbstverständlichkeiten können Leben retten. Gerade in einer Stadt wie Würzburg, die wegen ihrer Kessellage eine Innenstadt hat, die sich besonders schnell und stark aufheizt.