Versuchte Brandstiftung an KZ-Gedenkstätte

von Redaktion

Nürnberg – Unbekannte haben versucht, an der KZ-Gedenkstätte in Hersbruck Feuer zu legen. Ein städtischer Mitarbeiter entdeckte am Montag an dem Gebäude Rußspuren sowie im näheren Umfeld Gegenstände, mit denen offenbar Feuer gelegt werden sollte, wie die Polizei in Nürnberg am Dienstag erklärte. Zudem sei am Tatort eine Heliumflasche gefunden worden.

Polizeibeamte entdeckten an einer nahe gelegenen Therme sowie auf einer Straße noch Graffiti mit NS-Bezug. Der Staatsschutz nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der versuchten vorsätzlichen Brandstiftung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen auf. Die Ermittler suchen Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Das Konzentrationslager Hersbruck nordöstlich von Nürnberg war ein Außenlager des KZ Flossenbürg und das drittgrößte KZ der Nazis in Süddeutschland. Es bestand nur elf Monate: Ab Mai 1944 mussten Häftlinge in einem Berg bei Happurg ein Stollensystem für eine geplante unterirdische Flugzeugmotorenfabrik von BMW graben, die Produktion lief aber nie an. Von den rund 9000 KZ-Insassen starben rund 4000. Im April 1945 wurde das Lager geräumt, die Häftlinge wurden zum Teil zu Fuß, zum Teil per Zug in Richtung Dachau verschleppt.MM/DPA

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