Erding/Landshut – Ein ehemaliger leitender Mitarbeiter des Erdinger Jugendamts ist gestern zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden, er soll in einer Psychiatrie untergebracht werden. Der 45-jährige Mann hat im September 2025 seine erst 14-jährige Nachbarin überfallen – mit dem Ziel, das Mädchen zu vergewaltigen, wie er selbst zugab. Bis zum sexuellen Übergriff kam es aber nicht, nach einer ersten Attacke ließ er von seinem Opfer ab, legte sich auf den Boden und bat das Mädchen, die Polizei zu rufen. Zuvor soll der Mann in die Wohnung des Opfers eingedrungen sein, um mit einer Videokamera eigene sexuell motivierte Handlungen zu filmen. Auch von Mitarbeiterinnen des Jugendamts soll er heimlich Fotos und Videos gemacht haben.
„Ich muss dem Mädchen großen Respekt zollen. Sie hat taff reagiert und Schlimmeres verhindert“, erklärte die Richterin. Die zierliche Jugendliche habe sich gewehrt und damit geschafft, dass sie den Angeklagten auch aus seiner psychischen Ausnahmesituation herausgerissen habe. „Er hat sie gewürgt und in eine lebensbedrohliche Situation gebracht.“ Es sei aber klar, dass der Angeklagte weit mehr vorgehabt habe. Er hatte Fesseln, Kameras und K.o.-Tropfen in der Tasche.
Dem Mann wurde eine schizoide Persönlichkeitsstörung attestiert. Laut einem Sachverständigen habe er sich in einer Fantasiewelt bewegt, die ausschließlich aus Computerspielen bestand. Am Tattag hatte er zudem Alkohol und Drogen im Blut. Der Angeklagte hatte die Vorwürfe gestanden und 10.000 Euro als Täter-Opfer-Ausgleich an das Mädchen gezahlt.
Das jugendliche Opfer verfolgte die fünfstündige Verhandlung vor dem Landshuter Landgericht in Begleitung der Eltern. Verurteilt wurde der Mann am Ende wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Richterin betonte, dass die Dauer der Unterbringung in der Psychiatrie vom Therapie-Erfolg abhänge. „Und wenn er entlassen wird, wird er weiter überwacht werden.“TA