München – Vier dafür, 21 dagegen – bei einer Abstimmung im Bayerischen Landtag zum Stopp der 3. Startbahn haben einige Abgeordnete der Freien Wähler entgegen der Fraktionslinie für den Antrag der Grünen votiert. Neben dem Freisinger Abgeordneten Benno Zierer sprachen sich auch Michael Piazolo, Nikolaus Kraus und Johann Groß in einer namentlichen Abstimmung für den Antrag „Wien zeigt den Weg: Keine dritte Start- und Landebahn in München“ aus. Das zeigt die von der Landtagsverwaltung veröffentlichte Abstimmungsliste. Zierer verwies gegenüber unserer Zeitung auch auf die jüngste Prognose zum Flugverkehr in München bis 2033, die kürzlich bekannt geworden war. „Ich glaube, dass sogar die prognostizierten 415.600 Flugbewegungen am Flughafen München sehr schwer zu erreichen sein werden“, sagte der Freisinger. „Wenn überhaupt, wird 2033 nur mit Ach und Krach das Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019 erreicht. Von den Rekordjahren 2007 und 2008 wäre der Flughafen dann immer noch weit entfernt.“
Das Quartett wich damit von der Fraktionslinie ab, die der FW-Abgeordnete Martin Behringer als Redner vorgegeben hatte: Die Freien Wähler seien gegen das endgültige Aus der Startbahn, weil der Flughafen „in keinster Weise in seinen Entwicklungsmöglichkeiten“ eingeschränkt werden dürfe. Der Bauantrag der Flughafen GmbH liege daher „gut in der Schublade“. Mehr noch, wer die Startbahn beerdige, behauptete Behringer, der „beraubt Bayern seiner Zukunftsfähigkeiten“.
Für Grünen-Fraktionsvizechef Johannes Becher, waren die Ausführungen Behringers Zeichen einer „bemerkenswerten Kursänderung“. FW-Fraktionschef Florian Streibl, der selbst gegen den Grünen-Antrag stimmte, beeilte sich unmittelbar nach der Landtags-Abstimmung, diesen Eindruck zu zerstreuen. „Solange die Freien Wähler Teil der Regierungskoalition sind, wird es am Flughafen München keine dritte Startbahn geben“, betonte Streibl in einer eilens versandten Pressemitteilung, die somit einen ganz anderen „Sound“ hatte als der Redebeitrag Behringers. Die Bahn, so hieß es in der Mitteilung weiter, sei „mit uns nicht verhandelbar“, die FW seien „Garant dafür, dass sie nicht kommt“.DW