Das große Trommeln für Olympia

von Redaktion

Die 42 Spitzenverbände zu Gast in München – die Stadt zeigt sich von ihrer besten Seite

Der Dackel soll‘s richten: Ministerpräsident Markus Söder mit Dressurreiterin und Olympiasiegerin Jessica von Bredlow-Werndl vor dem Schloss Nymphenburg. © Martin Hangen

München – Ein wenig wie 1972. Der gestreifte Dackel Waldi, das Maskottchen der damaligen Olympischen Spiele von München, stand gestern imposant vor Schloss Nymphenburg. Vor dieser Kulisse wurden 1972 die Dressurwettbewerbe ausgetragen. Sollte München den Zuschlag für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 erhalten, gilt das Schloss erneut als möglicher Austragungsort.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) träumte gestern vor der Kulisse bereits von einem neuen „Sommermärchen“, wie er sagte: „Mein Idealfall wäre: erst Olympische Spiele, dann Paralympische Spiele und dann gehen wir alle gemeinsam auf die Wiesn.“ Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Zunächst muss sich München im nationalen Wettbewerb gegen die Konkurrenten aus Rhein-Ruhr und Berlin durchsetzen.

Gestern stand für München dabei ein wichtiger Termin an: Die 42 olympischen Spitzenverbände waren zu Gast. Vertreter der Stadt und des Freistaats warben noch einmal für ihr Konzept. Die Verbände spielen bei der Vergabe eine zentrale Rolle. Ihre Mitglieder entscheiden am 26. September mit darüber, wer für Deutschland ins Rennen um eine Olympiabewerbung geht.

Zunächst traf man sich im SAP Garden, später im Schloss Nymphenburg – Hightech und Tradition, das soll die Münchner Bewerbung verkörpern. Beim Pressetermin am Schloss rührten die Verantwortlichen noch einmal kräftig die Werbetrommel für München. „Wir können an die Spiele von 1972 anknüpfen“, sagte Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Zahlreiche Sportstätten von damals, etwa im Olympiapark, sollen wieder genutzt werden. Das soll die Spiele besonders nachhaltig machen. Damit wolle man bei den Spitzenverbänden punkten.

Auch Herbert Hainer, der als Präsident des FC Bayern für Olympia in München warb, hat zu den Spielen von 1972 eine besondere Verbindung: „Ich habe damals als junger Kerl bei den Spielen Getränke verkauft“, sagte er. Das habe ihn sehr inspiriert. Nun hofft er, dass München erneut zum Zug kommt. Er erlebe immer wieder, welche „internationale Strahlkraft“ die Stadt und Bayern hätten.

Und auch die vierfache Olympiasiegerin im Dressurreiten Jessica von Bredow-Werndl war von der Münchner Atmosphäre überzeugt. Schloss Nymphenburg weckte Erinnerungen: „In Paris durfte ich vor Versailles reiten.“ Eine historische Kulisse. In München sei Ähnliches möglich: „Hier trifft Tradition auf Zukunft.“JULIAN LIMMER

Artikel 1 von 11