Fischer-Präsident Bartelt lehnt Rücktritt ab

von Redaktion

Vorwürfe sollen „verbandsintern“ geklärt werden – Außerordentliche Delegiertenversammlung

München – Der Präsident des Landesfischereiverbands Bayern, Axel Bartelt, will nicht vorzeitig das Handtuch schmeißen. Er werde nicht, wie von den sieben Bezirks-Präsidenten gefordert, zurücktreten. Er sage dazu „ganz klar Nein“, erklärte Bartelt gegenüber unserer Zeitung. Er meldete sich aus Griechenland, wo er derzeit im Urlaub weilt. Das Schreiben der Bezirkschefs, das unserer Zeitung vorliegt, hatte ihn dort kalt erwischt.

Die Bezirkspräsidenten werfen Bartelt wie berichtet einen autokratischen Führungsstil, Entscheidungsschwäche und Missmanagement in der Geschäftsstelle des Landesfischereiverbandes (LFV) vor und fordern die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung, in der Bartelt abberufen werden soll. Bartelt sagte, er sei „sehr verwundert“ über das Schreiben, da es erst am vergangenen Samstag eine Delegiertenversammlung in Oberfranken gegeben habe. „Keiner hat mich auf dieses Schreiben angesprochen“, obwohl es da schon geschrieben gewesen sein müsste. Bartelt betonte, er habe sich „bestmöglich“ für die Belange der Fischer eingesetzt, beispielsweise bei der Bekämpfung des Fischotters. 2023 hätten ihn 96 Prozent der Delegierten für fünf Jahre bis 2028 gewählt, das werte er als „enormen Vertrauensvorschuss“. Zu den Vorwürfen im Schreiben wollte sich Bartelt im Detail nicht äußern. Er kündigte aber an, dies solle in einer Präsidiumssitzung Mitte Juli „verbandsintern“ aufgearbeitet werden. Die geforderte außerordentliche Delegiertenversammlung werde es am 25. Juli geben, wahrscheinlich in München.

„Ich will versuchen, Ruhe in das Ganze zu bringen“, sagte Bartelt. In den Verbandsgremien werde es eine „offene Aussprache“ zu den Kritikpunkten geben. In einer Stellungnahme wies der Verband zudem den Vorwurf zurück, Kosten für den traditionellen Wiesn-Einzug der Fischer seien aus dem Ruder gelaufen. Von bis zu 80.000 Euro war die Rede. Doch tatsächlich seien es nur 2300 Euro „für die Bewirtung der über 100 Mitwirkenden und Gäste an den zwei Tagen des Einzugs der Wiesnwirte“ gewesen. Weiter heißt es: „Der LFV Bayern steht für eine sachliche und transparente Aufarbeitung der aktuellen Entwicklungen.“ Dabei hätte Verantwortung gegenüber den Mitgliedsorganisationen, den Mitarbeitenden und der Fischerei höchste Priorität.DW

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