Hubschrauberpilot Florian Hafner aus Kreuth. © PLETTENBERG
Im Tegernseer Tal darf nicht jeder Privat-Hubschrauber landen. Die rote Linie verläuft über Gmund, etwa auf Höhe von Käfers Gut Kaltenbrunn. In Kreuzstraße an der B318 lässt es sich entspannt landen. Wer aber in Rottach-Egern möglichst nahe am noblen Hotel Überfahrt aufsetzen will, benötigt eine Ausnahmegenehmigung. „Für Halligalli“, sagt Hubschrauberpilot Florian Hafner, sei die kaum zu haben, allenfalls für Geschäftliches. Hafner kommt aus Kreuth, ein „sicherer Landeplatz“, sodass er die Gemeinde auch als Firmensitz seines Unternehmens Flying Emotions hat eintragen lassen. Bei ihm bucht man den Hubschrauber wie ein Taxi.
Seit 2009 hat Hafner die Lizenz als Privatpilot. Fasziniert von der Wendigkeit des Helis und der Präzision, die es zum Steuern braucht, machte der Wirtschaftsinformatiker seine Leidenschaft zum Beruf. 2010 gründete er Flying Emotions, 2011 bekam es die Lizenz als Luftfahrtunternehmen. Hafner und Team zählten teils acht Hubschrauber. Fast alle gehörten Privatleuten, die über deren Vermietung einen Teil der Kosten wieder reinholen und die Maschinen gut gewartet wissen wollten. Die Crew flog Erlebnisflüge für Firmen wie Jochen Schweizer und bot Rund- und Gourmetflüge sowie Flüge zum Golfplatz oder zur Geburtstagsfeier an. Inzwischen sitzt das Geld bei vielen nicht mehr so locker. Von vier verbliebenen Hubschraubern auf den Flugplätzen Landshut-Ellermühle und Jesenwang (Kreis Fürstenfeldbruck) gehören heute zwei dem Unternehmen und zwei Privatleuten.
30 Minuten kosten 610 Euro. Lässt sich ein Brautpaar nach der Trauung zur Hochzeitsfeier fliegen, ist mit 60 Minuten und 1230 Euro zu rechnen. 180 Liter braucht der Heli pro Flugstunde, erklärt Hafner. Angesichts des starken Preisanstiegs beim Treibstoff habe man die Preise anheben müssen. Trotzdem leistet sich so mancher noch das Lufttaxi. Demnächst lässt sich ein Ehepaar von Bad Tölz nach Venedig bringen. Die weitesten Strecken seien Flüge nach Mallorca oder Ibiza. Aus Wirtschaftlichkeitsgründen denkt Flying Emotions an einen Strategiewechsel – und mehr Arbeitsaufträge wie Bauteiltransporte oder Versorgungsflüge für Berghütten.CHRISTINA JACHERT-MAIER