Fernpass-Demo bremst Urlauber aus

von Redaktion

Wer am 27. Juni in den Süden will, muss flexibel sein

Protest gegen Transitverkehr: Die viel befahrene Strecke zwischen Reutte und Nassereith bleibt Ende Juni für zwei Stunden gesperrt. © Karl-Josef Hildenbrand

München – Nach der Brenner-Blockade Ende Mai müssen sich Urlauber auf die nächste Behinderung im Alpenverkehr einstellen. Wegen einer Demonstration wird die Fernpassstraße in Tirol am Samstag, 27. Juni, für zwei Stunden komplett gesperrt. Betroffen ist die B179 zwischen Reutte und Nassereith. Die Sperre gilt von 10 bis 12 Uhr.

Mit der Aktion protestieren Anwohner gegen die hohe Verkehrsbelastung auf der Route sowie gegen geplante Tunnelprojekte. Die Organisatoren orientieren sich an der viel beachteten Brenner-Demonstration Ende Mai. Damals war die Autobahn am Brenner zeitweise gesperrt worden. Wegen massiver Warnungen blieb das befürchtete Verkehrschaos aus, weil viele Reisende ihre Fahrten verschoben hatten.

Am Fernpass rechnen Experten dennoch mit erheblichen Auswirkungen. Der Termin fällt auf den Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Vor allem am Samstagvormittag dürfte die Strecke deshalb stark belastet sein.

Der ADAC warnt davor, die zweistündige Sperre zu unterschätzen. Bereits vor Beginn könnten sich längere Rückstaus bilden. Auch nach der Freigabe des Streckenabschnitts sei noch mit Verzögerungen zu rechnen. Polizei und ADAC empfehlen deshalb, Fahrten in Richtung Tirol möglichst zeitlich zu verlegen.

Wer früh am Morgen startet oder einen anderen Reisetag wählt, kann größere Behinderungen vermeiden. Autofahrer, die dennoch während der Sperrzeit unterwegs sind, sollten ausreichend Getränke und Verpflegung mitnehmen sowie ihr Fahrzeug volltanken.

Als Ausweichrouten kommen die Strecke über Vorarlberg und den Arlberg sowie die Verbindung über die A8, das Inntal-Dreieck und die Inntalautobahn infrage. Auch die Brennerroute kann genutzt werden. Allerdings ist dort ebenfalls mit dichtem Verkehr zu rechnen.

Schleichwege sind keine Alternative. In Tirol gelten am 27. Juni von 7 bis 19 Uhr Fahrverbote für den Ausweichverkehr. Nur Anwohner und Reisende mit einem konkreten Ziel dürfen die betroffenen Straßen nutzen.

Der ADAC hofft, dass die Demonstrationen keine Signalwirkung für weitere Sperrungen wichtiger Alpenrouten entfalten.DPA

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