Sommerstart mit Wasser und Feuer

von Redaktion

Heiße Jahreszeit auch kalendarisch eröffnet – es bleibt tropisch, und es drohen Gewitter

Sonnwendfeuer in Ebersberg: Die Feuerwehr sorgt per Wasserstrahl für die Erfrischung der Besucher. © Rossmann

Abkühlung garantiert: In Garching hat die Feuerwehr eine Wasserrutsche aufgebaut. © Michalek

München – Auch, wenn es bereits seit Tagen hochsommerlich in Bayern ist – kalendarisch hat der Sommer erst am gestrigen Sonntag begonnen. Vielerorts wurde mit Sonnwendfeuern die kürzeste Nacht des Jahres erhellt. Aber jetzt werden die Nächte wieder länger und folglich auch die Tage wieder kürzer.

Heiß war das Wochenende. Es gab kaum einen Ort in Bayern, zumindest im Flachland, an dem nicht mindestens 30 Grad erreicht wurden. Spitzenreiter im Freistaat war am Samstag einmal mehr das unterfränkische Kitzingen. 37,3 Grad zeigte das Thermometer an. Am Freitag wurden in dem bekannten Hitze-Hotspot sogar 38,5 Grad gemessen.

Bayerns Schwimmbäder und Badeseen waren am Samstag und Sonntag entsprechend gut besucht. Heiße Tage lassen sich eben am besten im Wasser und später dann im Biergarten im Schatten großer Kastanien verbringen. Wer es anderweitig kühler haben wollte, der musste in die Höhe – zum Beispiel auf den Hohen Peißenberg (988 m, Landkreis Weilheim-Schongau). Dort wurde es am Samstag nur 29 Grad warm. Auf den Buckelwiesen in Mittenwald (981 m, Landkreis Garmisch-Partenkirchen) wurden 28,2 Grad erreicht. Richtig kalt war es auf der Zugspitze (2962 m, Landkreis Garmisch-Partenkirchen) bei 10,5 Grad.

Was mit der aktuellen Hitzewelle einhergeht, ist eine sehr hohe Unwettergefahr. Die Gewitter können plötzlich, heftig und sehr lokal auftreten. Für Meteorologen sind Gewitter schwer vorherzusagen. Tendenziell entstehen sie in bergigen Regionen eher als im Flachland. „Sieht man sich die Zahl der Gewittertage an, also der Tage, an denen zumindest ein Gewitter registriert wurde, so heben sich die bayerischen Alpen, der Schwarzwald, die Schwäbische Alb, der Bayerische Wald und das Erzgebirge durch eine deutlich höhere Zahl an Tagen von den übrigen Regionen in Deutschland ab“, erklärt Dirk Mewes vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München.

Auch im Umfeld der Berge komme es daher häufiger zu Gewittern als anderswo. Strömt Luft gegen den Berg, wird sie an den Hängen nach oben gedrückt. Beim Aufsteigen dehnt sich die Luft wegen des geringeren Luftdrucks aus, kühlt sich dabei ab, und der Wasserdampf kondensiert zu Wolken. Steigt die Luft weit genug auf, können sich mächtige Gewitterwolken bilden.

„Hitze allein reicht nicht aus“, erklärt der Meteorologe. Nötig sei ein großer Temperaturunterschied zwischen den hohen Luftschichten und dem Boden. Außerdem müsse der Wasserdampfgehalt der Atmosphäre ausreichend hoch sein. „Für die Gewitterbildung muss die aufsteigende Luft in Höhenregionen vorstoßen, deren Temperatur deutlich unter minus zehn Grad liegt“, so Mewes. Nötig sei eine Eis- beziehungsweise Graupelbildung, um eine Ladungstrennung innerhalb der entstehenden Gewitterwolke herbeizuführen. In diesen Wolken baue sich dann ein Ladungspotenzial auf, das ausgeglichen werden müsse. Entweder komme es zu Entladungen zwischen den Wolken oder zwischen Wolken und Erdboden. Dann gebe es ein Gewitter, so der Experte.

Am Sonntag warnte der DWD für Süd- und Nordbayern ab mittags vor örtlich heftigen Gewittern mit Starkregen. Auch schwere Sturmböen bis zu 100 km/h und Hagel seien nicht ausgeschlossen. Auch am Montag bleibt die Gewittergefahr hoch, insbesondere nachmittags und abends könnten lokal starke Unwetter auftreten, so der DWD. Heiß bleibt es auch in den kommenden Tagen. Für heute prognostiziert der DWD Temperaturen zwischen 31 und 36 Grad, am Dienstag wird es bis zu 35 Grad heiß, am Mittwoch erreicht das Thermometer wieder bis zu 36 Grad. Tendenziell ist es in Südbayern ein bis zwei Grad kühler als in Nordbayern. Dort sagt der DWD für Mittwoch Höchstwerte von 38 Grad voraus.OSS

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