Grainau – Am Kleinen Waxenstein im Wettersteingebirge ist ein 19-jähriger ukrainischer Bergsteiger aus dem Raum München am Samstagabend tödlich verunglückt. Nach Angaben der Polizei stürzte der Mann im ungesicherten alpinen Gelände rund 100 Meter in die Tiefe. Sein 20-jähriger Begleiter musste den Unfall mit ansehen. Als Ursache wird ein Griffausbruch im Fels vermutet.
Der Unfall ereignete sich unterhalb des sogenannten „Mandl“, einem Vorgipfel des Kleinen Waxensteins, auf rund 1700 Meter Höhe. Die beiden jungen Männer kannten sich offenbar in dem Gelände aus. Laut Polizeibericht habe der Verunglückte die Tour schon mehrmals bewältigt. An einer der Stellen, die ein wenig Klettern erfordern, brach wohl ein Griff an einem Felsen aus.
Der Bereich gilt als technisch leicht, ist jedoch alpin und exponiert. „Es gibt keine Sicherung und keine Seile“, sagt Anton Vogg junior, Leiter der Bergwachtbereitschaft Grainau. „Es ist alles recht brüchig, weil der Steig fast nie begangen wird. Das ist keine Modetour.“
Am Abend war das Duo von Hammersbach aus aufgebrochen. Vogg weiß, dass die beiden zum „Mandl“ unterwegs waren. „Dort wollten sie biwakieren und dann wohl am nächsten Tag weiter.“ Die Bergwacht Grainau war mit rund 20 Kräften im Einsatz, unterstützt von der Grenzpolizei Murnau, einem Rettungshubschrauber und einem Kriseninterventionsteam.
Bereits im Verlauf des Tages hatte die Bergwacht mehrere Einsätze am Wetterstein abgearbeitet, bei denen erschöpfte oder blockierte Bergsteiger aus dem alpinen Gelände gerettet werden mussten