von Redaktion

„Mir ist soooo langweilig!“, schnatterte ich und ließ mich platt wie ein nasses Handtuch ins Gras fallen. Bei uns am See hatten wir schwüle Sommerhitze. Waldemar lag auf dem Rücken und balancierte eine Pfingstrosenblüte auf der Nase. „Mir ist auch langweilig.“ Da kam Agnes angewatschelt, mit einem Buch unter dem Flügel und einem nachdenklichen Blick. „Was macht ihr denn für Gesichter?“, quakte sie. „Langeweile“, grummelte Waldemar. „Könntest du etwas Erstaunliches erklären? Ein Naturphänomen? Irgendwas?!“

Agnes setzte sich, schlug das Buch auf und schob sich die Brille zurecht. „Da gibt’s einen Philosophen, den die Zweibeiner Nietzsche nennen“, begann sie: „Er hat mal so sinngemäß gesagt, dass Langeweile oft der Anfang von etwas Großem ist. Wenn man nichts zu tun hat, fängt man an, über Neues nachzudenken – und daraus können tolle Dinge entstehen.“

Da brummte Waldemar: „Und wer soll das bitte gesagt haben? Friedrich Nüsschen?“ „Nietzsche“, korrigierte Agnes geduldig: „Friedrich Nietzsche war ein Philosoph. Also jemand, der über das Leben nachdenkt – über die Welt, über Gefühle, über alles Mögliche und eben über Langeweile.“ Na gut, dachten wir, probieren wir’s eben aus.

Dann fing es an: Waldemar sammelte Stöcke und baute ein Kunstwerk. Ulrich begann, Lieder zu krächzen – mit Reimen! Klara faltete aus Blättern winzige Boote. Und ich? Ich dichtete ein Quak-Gedicht – über die Hitze.

Eure Paula

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