Das Unfallfahrzeug des 51-Jährigen nach dem Zusammenstoß im November. Zwei Schwestern, 19 und 16 Jahre alt, starben bei der Kollision. © Pascal Höfig/dpa
Wildflecken/Schweinfurt – Gut sieben Monate nach einem tödlichen Verkehrsunfall von zwei Schwestern in Unterfranken hat die Staatsanwaltschaft Schweinfurt den mutmaßlichen Unfallverursacher angeklagt. Dem Mann werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, teilte die Behörde mit. Nun muss das Amtsgericht Bad Kissingen entscheiden, ob es zu einem Prozess kommt.
Ein Unfallgutachter hatte ein technisches Versagen als Ursache ausgeschlossen. Auch habe es keine Hinweise auf gesundheitliche Probleme des Fahrers gegeben, mit dessen Auto die Geschwister am 9. November 2025 nahe Wildflecken im Kreis Bad Kissingen kollidiert waren (wir berichteten). „Auch eine aktive Handynutzung oder eine tatsächliche Blickzuwendung kann für den konkreten Unfallzeitpunkt nicht mit der notwendigen Sicherheit nachgewiesen werden“, teilte die Staatsanwaltschaft zur Anklageerhebung mit.
Dem Gutachten zufolge fuhr der 51-Jährige mit seinem Wagen in einer Kurve geradeaus nach links in eine Leitplanke – ohne erkennbare Lenk- und Bremsbewegung, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Danach habe der Mann sein Fahrzeug über die Gegenfahrbahn zurück auf seine Fahrbahn gesteuert und sei dabei mit dem entgegenkommenden Wagen der Schwestern kollidiert, die noch versucht hatten auszuweichen. Ob der mutmaßliche Unfallverursacher bei der Fahrt gegen 8 Uhr morgens abgelenkt oder kurzzeitig eingeschlafen war, ist den Angaben der Ermittler zufolge unbekannt.
Durch Drogen oder Alkohol war der 51-Jährige einer Untersuchung zufolge nicht beeinflusst. Laut Gutachten fuhr der Mann bei dem Unfall mit etwa Tempo 104 bis 114, erlaubt waren 100 km/h. Die leicht erhöhte Geschwindigkeit sei aber nicht unfallursächlich gewesen. Bei dem Zusammenstoß der Wagen waren eine 16-Jährige und ihre 19 Jahre alte Schwester aus dem Landkreis Bad Kitzingen getötet worden. Die Schwestern, die nicht schneller als erlaubt unterwegs waren, starben noch an der Unfallstelle. Der Mann kam mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. Er könnte zu einer Geldstrafe, aber auch zu einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden.DPA