Hitzefrei: So halten es die Schulen

von Redaktion

Unterricht wird teilweise gekürzt – Anwesenheitspflicht vor Prüfungen gilt trotzdem

Jede Schule entscheidet selbst über Hitzefrei. Die Gewerkschaften unterstützen einheitliche Regelungen. © Woitas/dpa

München – In der zweiten Wochenhälfte soll es mit den Temperaturen noch weiter bergauf gehen. Dass es unter Schweißperlen schwerfällt, die Schulbank zu drücken, ist klar. Früher wurden Schüler einfach heimgeschickt, heute geht das nicht mehr so einfach. Die Entscheidung, den Unterricht zu verkürzen oder Hitzefrei auszurufen, liegt in der pädagogischen und organisatorischen Verantwortung der Schulleitung. Freilich müssen Eltern vorab informiert werden.

Während man den Schritt an der Grundschule am Hardt in Weilheim noch nicht gegangen ist, hat man etwa an der Josef-Zerhoch-Grundschule in Peißenberg mit dem Elternbeirat entschieden, dass die ganze Woche über um 11.15 Uhr Schluss ist. „Bei über 30 Grad werden wir ab 12 Uhr Hitzefrei geben“, sagt auch Andrea Pauline Martin vom Weilheimer Gymnasium. Ist der Unterricht aber für Prüfungen zwingend notwendig, müsste die sechste Stunde stattfinden.

An der Pfaffenwinkel-Realschule Schongau gab es vorgestern und gestern Kurzstunden. Von jeder Schulstunde sind zehn Minuten abgezwackt, sodass um 11.50 Uhr Schluss ist, „eine Stunde früher als im Normalfall“, sagt Schulleiter Armin Eder. Das gilt aber nur für die Schüler, betont Eder, nicht für Lehrer oder das Sekretariat.

Nicole Storz, Schulleiterin am Max-Mannheimer-Gymnasium in Grafing im Kreis Ebersberg, erklärt, welch organisatorischer Aufwand hinter ein paar Stunden Hitzefrei steckt: Nicht nur der Mensa müsse man Bescheid geben, auch die Betreuung in der Offenen Ganztagesschule müsse organisiert werden. „Wir haben kurz vor Notenschluss, deshalb stehen viele Schulaufgaben an“, sagt Storz. Die wichtigen letzten Stunden müssten stattfinden. Trotzdem: Morgen wird hier der Unterricht für die Stufen fünf bis elf um 11.30 Uhr enden, für die Q12 um 14 Uhr. Angesichts der wiederkehrenden Debatte würde Aßlings Schulleiter Michael Pollak eine zentrale Regelung sehr begrüßen: „Bei uns gibt es aktuell kein Hitzefrei. In unserem Gebäude halten wir am Vormittag die Wärme noch ganz gut aus.“

Am Gymnasium Putzbrunn im Kreis München wird heuer außerordentlich geschwitzt. Der Bau ist erst kommendes Schuljahr bezugsfertig, die Schüler lernen in einer Holzbau-Containeranlage. „Wir machen diese Woche Kurzstunden“, sagt Schulleiter André Ruppert. Ab der dritten Stunde wird um je 15 Minuten gekürzt, der Unterricht endet um 12 Uhr. Morgens lüfte der Hausmeister zwar kräftig durch. „Es wird aber schon sehr heiß im Laufe des Tages.“KK/JA/SC/QW

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