Munich Arena soll 2029 öffnen

von Redaktion

Nach Freisinger Stadtratsbeschluss: Investor Lorenz Schmid über das 400-Millionen-Projekt

2029 soll es losgehen: Die geplante Munich Arena im Süden Freisings hat eine wichtige Hürde im Planungsverfahren genommen. © SWMunich Real Estate

Freising – Deutschlands modernste Konzertarena wird gerade auf dem Flughafengelände im Süden von Freising geplant. Der Stadtrat Freising hat dafür den letzten, wichtigen Beschluss gefasst. Mit 24 zu 14 Stimmen wurde ein sogenannter Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst. „Es ist ein langes Verfahren, das wir damit heute abschließen“, sagte Freisings Oberbürgermeisterin Monika Schwind von der Freisinger Mitte. Ihre Gruppierung gehörte wie die CSU zu den Unterstützern des Vorhabens, das von Grünen, Linken und der Fraktion „Gemeinsam für Freising“ bis zuletzt abgelehnt wurde.

Lorenz Schmid, geschäftsführender Gesellschafter der SWMunich Real Estate, ist von dem 400-Millionen-Euro-Projekt überzeugt. Gegen die Kritik, die Arena werde der Münchner Olympiahalle Konkurrenz machen, betonte Schmid nach dem Stadtratsbeschluss: München habe „viele etablierte Hallen mit eigenen Stärken und eigenem Charakter“, aber keine moderne Arena, „die konsequent auf die Anforderungen von Künstlern, Fans und Live-Musik ausgerichtet ist“. Der Beschluss des Stadtrats sei ein Meilenstein. Aber es liege „noch viel Arbeit vor uns – damit 2029 das erste Konzert in der Arena gespielt werden kann“. Im Team habe jeder seine Lieblingsband. „Ich finde Coldplay weltklasse.“ Aber vielleicht stehe 2029 zur Eröffnung „jemand auf der Bühne, den wir heute noch gar nicht auf dem Schirm haben“. Einen Termin für den Baustart konnte Schmid auf Anfrage nicht nennen. Die Arena für bis zu 20.000 Besucher sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Eine Studie der Wirtschaftsprüfer von Deloitte habe eine jährliche Bruttowertschöpfung von rund 350 Millionen Euro errechnet.

Schmid betonte, das Areal solle als „offener, einladender Ort“ gestaltet werden. „Auch außerhalb von Konzerten soll das Areal erlebbar sein: mit einem öffentlich zugänglichen Freigelände und Sitzstufen nördlich und südlich der Plaza.“ Auf dem Dach der Arena werde es eine Rooftop-Bar geben, die an Tagen ohne Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein werde.

Ein Dauerbrenner der Diskussion um das Projekt ist die Anreise. Kritiker mutmaßen, viele Konzertgäste würden mit dem Flugzeug kommen, der Flugverkehr würde daher zunehmen. Schmid betont hingegen, es sei mit Verkehrsexperten ein multimodales Verkehrskonzept erarbeitet worden – und dass Konzertgäste auch mit der S-Bahn anreisen. Der Weg von der Station Besucherpark sei nicht weiter als der von der U-Bahn-Station Fröttmaning zur Allianz Arena. Freilich, so Schmid: „Die Arena richtet sich nicht nur an Besucher aus München. Bei großen Konzerten kommen die Menschen aus der gesamten Metropolregion“ und auch aus Österreich – das Einzugsgebiet werde von Freising, Erding und Landshut über Augsburg, Regensburg und Ingolstadt bis nach Salzburg oder Innsbruck reichen. Der Standort am Flughafen habe auch Vorteile: „Wir müssen zum Beispiel nur rund ein Viertel der benötigten Stellplätze neu errichten, weil bestehende Kapazitäten am Flughafen mitgenutzt werden können.“

Trotzdem betonte der Grünen-Stadtrat Manfred Drobny, seit langem eingeschworener Gegner des Projekts, vor der Abstimmung: „Das Vorhaben ist insgesamt schlecht für Freising. Die Nachteile überwiegen.“ Doch die Abstimmung ging dann pro Arena aus. Die Befürworter im Stadtrat applaudierten nach dem Votum.ANDREA BESCHORNER

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