Gerade ältere Menschen müssen bei dieser Hitze viel trinken. © Getty
München – In vielen Pflegeeinrichtungen in Bayern stehen gerade „Trinkspiele“ auf der Tagesordnung. Grund ist die Hitze. Besonders für ältere Menschen ist es sehr wichtig, bei den hohen Temperaturen viel zu trinken. Denn im Alter ist der Wassergehalt im Körper deutlich geringer und das Durstempfinden weniger ausgeprägt. Deshalb ist Kreativität gefragt. Einige Heime veranstalten Cocktail-Nachmittage, bei denen den Senioren fruchtige Schorlen aus schönen Gläsern oder Tassen serviert werden – natürlich ohne Alkohol. „Außerdem werden wasserreiche Lebensmittel wie Melonen und Gurken serviert“, berichtet ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes. Und natürlich Lieblingsgetränke – alles was älteren Menschen hilft, viel zu trinken.
Die Hitze fordert dem menschlichen Körper Höchstleistungen ab. Die Gefäße weiten sich, der Körper verliert über das permanente Schwitzen viel Flüssigkeit, der Blutdruck sinkt. Die Folgen können gravierend sein: von Kopfschmerzen über Schwindel, Kreislaufproblemen und Verwirrtheitszuständen bis hin zu Bewusstseinseintrübungen.
Wie das BRK berichtet, hat der Rettungsdienst an diesen heißen Tagen überall mehr Einsätze als sonst. Auch in den Notaufnahmen ist die Zahl der Patienten gestiegen, sagt ein Sprecher der München Klinik. Die Mitarbeiter der Krankenhäuser sind aber auch auf den Normalstationen während der Hitzewelle noch stärker gefordert als sonst. Klimaanlagen gibt es nur in den Intensivbereichen. In allen anderen Patientenzimmern werden tagsüber die Jalousien geschlossen. Erst abends, wenn die Temperaturen abgekühlt sind, wird durchgelüftet. „Damit den Patienten das Trinken leichter fällt, bereiten unsere Mitarbeiter erfrischende Eistees oder Getränke mit Fruchtgeschmack zu“, sagt der Sprecher.
Ärzte raten besonders älteren Menschen, bei Hitze körperliche Anstrengung zu vermeiden, Wohnungen schattig zu halten und mindestens zwei bis drei Liter zu trinken – nicht zu kühles Mineralwasser, leichte Saftschorlen, Kräuter- und Früchtetees. Alkohol und Koffein sollten vermieden werden. Auch leichte Mahlzeiten, luftige Kleidung und kühle Tücher helfen dem Körper. Angehörige und Nachbarn sollten Senioren ebenfalls helfen – indem sie Einkäufe übernehmen oder sich Zeit für ein gemeinsames kühles Getränk nehmen.
Auch einige Kommunen werden aktiv, um die Menschen vermehrt zum Trinken zu animieren. Die Stadt Dachau hat auf ihrer Internetseite für ihre Bürger eine Karte mit „kühlen Orten“ im Stadtgebiet erstellt. In Zeiten zunehmender Hitzebelastung durch den Klimawandel habe man sich mit der städtischen Infrastruktur beschäftigt und wolle dem Bürger nun Aufenthaltsorte für die aktuell besonders heißen Tage bieten, teilt die Stadt mit. Auch in Freising gibt es Trink-Möglichkeiten für alle, die in der Innenstadt wegen der Hitze Kreislaufprobleme bekommen. Sie bekommen in den Geschäften ein Glas Wasser und eine Sitzgelegenheit – ohne etwas kaufen zu müssen. „Kurze Pause“ nennt die Stadt dieses Angebot. Die Aktion gibt es schon länger, aktuell ist sie aber besonders wichtig. Denn von den vier Trinkwasserbrunnen in der Freisinger Altstadt sprudelt momentan nur einer.KWO/AR/MES