Ein Lokführer ruft via Zugfunk GSM–R den Fahrdienstleiter an, hier in einer älteren Lok der Baureihe 111. © DB InfraGO
München – Wegen Problemen mit dem digitalen Bahnfunk stellte die Deutsche Bahn am Dienstagabend den Zugverkehr für rund zwei Stunden bundesweit ein. Auslöser war eine Störung des Funksystems GSM-R. Was verbirgt sich dahinter?
Die vier Buchstaben stehen für „Global System for Mobile Communications – Railway“. „Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG“, heißt es auf der Webseite der DB InfraGo. Es bietet die Möglichkeit spezieller Gruppenanrufe und die Option zur gezielten Kontaktaufnahme mit den Fahrdienstleitern in den Stellwerken. Für die Lokführer ist es „das wichtigste Kommunikationsmittel“, wie ein Eisenbahner unserer Zeitung erklärt. Jeder Lokführer nutzt es jeden Tag, in der Regel schon zu Beginn einer Fahrt, wenn er sich beim Fahrdienstleiter abfahrbereit meldet. In den meisten Loks ist es ganz konventionell wie ein normales Schnur-Telefon mit Display verbaut. Das System ermöglicht es auch, Notrufe bei Störfällen aller Art abzusetzen. GSM-R kann auf einem großen Teil des Streckennetzes genutzt werden. Laut Bayerischer Regiobahn funktionierte am Montagabend auch eine Rückfallebene namens PGSM (Public GSM) nicht.
Kritiker sagen allerdings, GSM-R sei veraltet, stamme letztlich aus den 1990er-Jahren und entspreche in etwa dem 2G-Standard des früheren deutschen Handynetzes. Es soll durch den neuen Standard FRMCS abgelöst werden – F wie „Future“.DW