München – Im fränkischen Grafenwöhr ist gestern Morgen ein großes Waldgebiet nahe des Dießfurter Weihers in Brand geraten. Ein Radfahrer hatte das Feuer gegen 6.20 Uhr zufällig entdeckt und die Einsatzkräfte informiert. Die Flammen hatten sich bereits auf einer Fläche von 9000 bis 10.000 Quadratmetern ausgebreitet. Doch den Feuerwehrlern gelang es, den Brand schnell unter Kontrolle zu bringen – auch weil sie das Löschwasser direkt aus dem Weiher entnehmen konnten.
Schon Dienstagabend war im Landkreis Haßberge ein größerer Reisighaufen in Brand geraten. Es stand zwar nur eine Fläche von 50 Quadratmetern in Flammen, doch der Löscheinsatz gestaltete sich schwierig. Die Einsatzkräfte mussten für das nötige Löschwasser einen Pendelverkehr einrichten. Insgesamt wurden rund 50.000 Liter in das Waldgebiet gebracht, bis das Feuer gelöscht war.
Die Waldbrandgefahr in Bayern steigt von Tag zu Tag. Fast überall im Freistaat gilt inzwischen die zweithöchste Warnstufe 4. Und die Gefahr wird noch deutlich zunehmen – denn Regen ist erst mal nicht in Sicht, dafür aber Temperaturen weit über 30 Grad. Bayerns Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) appelliert deshalb eindringlich an alle Waldbesucher, besonders vorsichtig zu handeln. Im Wald oder in der Nähe von Waldgebieten darf auf keinen Fall Feuer gemacht oder gegrillt werden. Schon seit Anfang März gilt im Wald außerdem ein Rauchverbot. „Schon ein Funke kann einen Waldbrand auslösen“, betont Kaniber. Wie schnell das passieren kann, habe vor einigen Wochen der Waldbrand am Saurüsselkopf bei Ruhpolding (Kreis Traunstein) gezeigt. Dort hatten sich die Flammen rasend schnell ausgebreitet. Nur mithilfe von Löschhubschraubern und hunderten Einsatzkräften konnte das Feuer schließlich gelöscht werden.
Besonders groß ist die Waldbrandgefahr aktuell in lichten Kiefern- und Fichtenwäldern, an sonnigen Südhängen und in stark besuchten Ausflugsgebieten. Schon heiße Fahrzeugteile wie Katalysatoren können ausreichen, um trockenes Gras zu entzünden, schreibt Kanibers Ministerium in einer Mitteilung. „Insofern sollte man schon aus eigenem Interesse sein Auto oder Motorrad nur auf ausgewiesenen Parkplätzen abstellen.“
Kaniber richtet aber auch einen Appell an die Waldbesitzer: Bei der Borkenkäferbekämpfung solle anfallendes Reisig- oder Kronenmaterial nicht verbrannt werden. „Bringen Sie das Material aus dem Wald oder häckseln Sie es. Damit vermeiden wir zusätzliche Brandgefahren und schützen unsere Wälder.“MM/CL