„Habt ihr schon versucht, den Wind zu fangen?“ Waldemar saß am Ufer, hielt seine Pfoten in die Luft und schnappte danach, als würde er Fliegen fangen. „Du spinnst“, schnatterte Klara. „Den Wind kann man nicht fangen!“ „Warum nicht?“, brummte Waldemar. „Er ist doch da. Ich spüre ihn!“ Da wehte eine Böe über den See. „Komisch“, quakte ich. „Man sieht ihn nicht. Und trotzdem merkt man ihn.“ „Das gibt’s öfter“, quakte Agnes. „Dinge, die man nicht sehen kann – und die trotzdem da sind.“ „So wie was denn?“, quakte Klara misstrauisch. „Zum Beispiel die Zeit“, erwiderte Agnes. „Zeit?“, wiederholte ich. „Die sieht man wirklich nicht.“ „Aber sie vergeht“, schnatterte Agnes. „Und wir können sie nicht festhalten – genauso wenig wie den Wind.“
„Nicht nur das“, krächzte Ulrich, der plötzlich über uns auf einem Ast saß. „Gedanken kann man auch nicht sehen. Und die sind trotzdem da.“ Klara drückte sich ein wenig an mich. „Zum Glück sieht niemand meine Gedanken“, flüsterte sie. Ich musste lachen. Waldemar kratzte sich am Kopf. „Also gibt es ganz schön viele unsichtbare Sachen.“ Da kam Frau Dr. Berta Raspelzahn aus ihrer Biberburg gewatschelt. „Meine lieben Entendamen“, sagte sie freundlich. „Ich höre, Sie sprechen über die unsichtbaren Dinge.“ „Warum gibt es die überhaupt?“, fragte ich. „Nun“, sagte die Biberin, „nicht alles, was wichtig ist, muss sichtbar sein. Der Wind bewegt die Welt. Die Zeit ordnet unser Leben. Gedanken helfen uns zu verstehen.“
Eure Paula