München – Heiß, heißer, Klassenzimmer. In einem Brief an die Eltern beschrieb am Freitag der Direktor eines bayerischen Gymnasiums die Situation in Schulräumen wie folgt: Bereits um 7.30 Uhr, also noch vor Unterrichtsbeginn, habe die Temperatur in mehreren Klassenzimmern die 30-Grad-Marke überschritten. Der Direktor schickte die Schüler um 11.30 Uhr nach Hause.
Hitzefrei, Trinkpausen, geschlossene Jalousien. Mit verschiedenen Maßnahmen kämpfen Bayerns Schulen derzeit gegen den Hitzestress. Stefan Düll, Präsident des Deutschen Lehrerverbands (DL) und Direktor am Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß, schickte seine Schüler außerplanmäßig in die Informatikräume, die seit der Sanierung des Gebäudes über eine Klimaanlage verfügen. Die ebenfalls neue Lüftungsanlage, die nachts kühle Luft in die anderen Klassenräume transportieren sollte, zeigte angesichts der Tropennächte keine Wirkung. „Eine Klimaanlage in mehr Räumen wäre mir lieber gewesen“, bekennt Düll, der froh ist, dass derzeit im Keller einige Räume frei sind, in die er ebenfalls den Unterricht verlegen kann.
Wie viele Schulen in Bayern über Lüftungs- und Klimaanlagen verfügen, ist nicht bekannt. In einer Anfrage der Landtags-Grünen zum Thema, erklärte die Regierung, dass Daten zur baulichen Hitze-Ausstattung der Schulen nicht erhoben werden. Ebenso keine Antwort gab es auf die Frage nach hitzebedingten Einschränkungen im Unterrichtsbetrieb. Die Staatsregierung habe keine Ahnung von der Lage an den Schulen, konstatierte Grünen-Fraktionschefin Katharina Schulze. Sie forderte verbindliche Regelungen für Neubau und Sanierung von Schulen hinsichtlich einer vor Hitze schützender Bauweise und Klimaanlagen.OSS