Frankenschnellweg: Nürnberger stimmen für Milliarden-Ausbau

von Redaktion

Nürnberg – Der Ausbau des Frankenschnellwegs in Nürnberg kann kommen: Bei einem Bürgerentscheid stimmte die Mehrheit der rund 380.000 Wahlberichtigten am Sonntag für die Pläne der Stadt. Das Votum befriede einen Streit, der seit mehr als 30 Jahren in Nürnberg schwele, sagte Oberbürgermeister Marcus König (CSU). „Wir werden jetzt die Planung, die wir haben, vorantreiben.“

Der Ausbau des Frankenschnellwegs spaltet seit vielen Jahren die Stadt und beschäftigte bereits mehrere Gerichte, wo die Gegner in der Vergangenheit Niederlagen kassierten. Sie halten das Vorhaben für zu teuer und zu kurz gedacht. Aus ihrer Sicht wird es das Stauproblem nicht lösen, sondern noch mehr Verkehr auf die Strecke ziehen. Der Bürgerentscheid war für sie das letzte Mittel, das milliardenschwere Bauprojekt noch zu stoppen. „Natürlich sind wir enttäuscht“, sagte Michael Hauck von den Initiatoren des Bürgerentscheids. Die Initiative werde das Ergebnis aber akzeptieren.

Der Frankenschnellweg ist der innerstädtische Verlauf der Autobahn 73 und wird in Nürnberg zum Nadelöhr, weil mehrere Kreuzungen mit Ampeln den Verkehr ausbremsen. Kernstück des geplanten Ausbaus ist ein 1,8 Kilometer langer Tunnel für den Durchgangsverkehr. Außerdem sind weitere Lärmschutzwände geplant und im Westen eine dritte Spur.

Die Pläne ruhten bisher. „Jetzt werden die Ausschreibungen freigegeben“, sagte König. Die Stadtverwaltung habe diese wegen des Bürgerentscheids zurückgehalten. Nach Angaben der Stadt könnten die Bauarbeiten im Abschnitt West mit dritter Fahrspur und Lärmschutzwänden im Frühjahr 2027 beginnen. Danach – voraussichtlich 2030 – könnten die Bauarbeiten im Mittelabschnitt weitergehen. Rund zehn Jahre sind dafür veranschlagt.

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