„Wir suchen mit Mann und Maus“

von Redaktion

Bayerns Forstleute prüfen Wälder auf Borkenkäfer-Befall – Wachsamkeit ist geboten

Von Borkenkäfern befallene Fichten werden von einem Förster untersucht. Noch ist die Lage ruhig in Oberbayern. © David Schahinian

München – Die anhaltende Hitze macht nicht nur den Menschen zu schaffen – auch Bayerns Wälder, speziell die Fichten, stehen wegen der hohen Temperaturen unter Stress. Und damit sind sie auch anfälliger für Schädlinge wie den Borkenkäfer. Aber noch schlagen Bayerns Förster keinen Alarm. Bislang haben sie die Käferlage im Griff. „Es kommt auf die nächsten sieben Wochen an“, sagt Robert Krebs, Leiter der Forstbetriebe Bad Tölz der Bayerischen Staatsforsten. „Wenn wir Glück haben, es hin und wieder regnet und nicht mehr allzu heiß wird, bin ich zuversichtlich.“

Bis im August die Nächte wieder etwas kühler werden und sich die Bäume vom Hitzestress wieder mehr erholen können, ist äußerste Wachsamkeit im Wald bezüglich der schädlichen Borkenkäfer geboten. Emil Hudler, Leiter des Forstbetriebs München der Bayerischen Staatsforsten, und seine Mitarbeiter haben ihre Hausaufgaben gemacht. „Wir haben intensiv immer wieder Käfer gesucht und befallene Bäume sofort aus dem Wald gebracht.“ Noch im Frühjahr hat er mit seiner Mannschaft die Wälder in seinem Zuständigkeitsbereich zwischen München und Geretsried, von Andechs bis Glonn, durchforstet.

Borkenkäfer sind so gefährlich, weil sie sich unter der Rinde von Nadelbäumen – insbesondere Fichten – durch das Wachstumsgewebe fressen. Dadurch unterbrechen sie die lebenswichtigen Saftbahnen des Baumes, der innerhalb weniger Wochen vertrocknen kann. Bei Massenvermehrung können sie selbst gesunde Bäume in kurzer Zeit töten und ganze Wälder vernichten. Hitze und Trockenheit können dazu führen, dass sich die Entwicklungszeit der Schädlinge deutlich verkürzt und sie statt nach sechs Wochen schon nach vier Wochen wieder ausschwärmen und sich vermehren. Gab es in den 1950er-Jahren nur eine Population von Borkenkäfern im Jahr, sind es nach Angaben von Ludwig Strasser von der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) in Freising inzwischen bis zu drei. Gibt es dann Stürme mit viel Schadholz, finden die Käfer ideale Brutbedingungen. Daher müssen Förster und Waldbesitzer nach Unwettern zügig in ihrem Wald aufräumen. Die LWF stellt den Staatsforsten und den Privatwaldbesitzern überwiegend ein gutes Zeugnis aus. „Die Kollegen waren wirklich intensiv draußen und haben gut aufgearbeitet.“

Doch höchste Vorsicht ist weiterhin erforderlich. „Jetzt ist die wichtigste Zeit, wir müssen absolut am Ball bleiben“, sagt Hudler. „Wir suchen gerade mit Mann und Maus. Alles, was wir finden, arbeiten wir auf und bringen es aus dem Wald raus.“ Jeder irgendwie befallene Baum mit Käferfraß-Stellen wird entfernt.

Auch im Zuständigkeitsbereich von Robert Krebs, der über 47.000 Hektar Wald zwischen Münsing und dem Achenpass wacht, war die Ausgangslage in diesem Jahr relativ günstig. Die Eisheiligen und die Schafskälte im Mai mit den Niederschlägen haben den Wäldern gutgetan. Die Hitzewelle jetzt aber macht ihm etwas Sorgen. „Wir hoffen auf ausgiebige Niederschläge, dass es mal zwei, drei Tage durchregnet.“ Vor allem für die 40 Hektar mit neu gepflanzten Bäumen. Ein länger anhaltender Landregen wäre ein Segen für die Wälder.CLAUDIA MÖLLERS

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