von Redaktion

Gestern quakte Agnes, was vor 170 Jahren am 1. Juli geschah: Damals, vor 170 Jahren, wurden Waren mit Handelsschiffen transportiert. Wenn es schnell gehen sollte, auf großen Segelschiffen. „Die Leute vom Schiff bekamen ihren Lohn erst, wenn sie im Zielhafen ankamen“, quakte Agnes, „je schneller sie waren, desto besser wurden sie bezahlt.“ Am 1. Juli 1876 lief in New York ein Segelschiff aus, das eine wertvolle Ladung nach San Francisco bringen sollte. „Die Frau des Kapitäns, Mary Ann Patten, war mit an Bord“, schnatterte Agnes. „Sie hatte ihren Mann schon öfter auf Seereisen begleitet und dabei gelernt, wie man ein Schiff auf dem richtigen Kurs hält.“ Dann sei aber der Kapitän, Joshua Patten, schwer krank geworden, schnatterte Agnes. „Und der erste Maat, der einspringen hätte sollen, verweigerte seine Arbeit, und der zweite Maat konnte nicht mal lesen und fühlte sich so überfordert, dass er Mary Ann bat, ihm zu helfen.“ „Was sie tat“, quakte Klara. „Mary Ann war schwanger und musste um das Kap Hoorn segeln, die gefährliche Südspitze Südamerikas. Ab sie schaffte es, das Schiff kam unversehrt in San Francisco an, und Mary Ann war damit die erste Kapitänin.“ „Toll“, quakte ich, „dann war das ja ein riesiger Tag für die Emanzipation.“ „Nein“, schnatterte Agnes, „leider nicht. Die Zweibeiner waren noch nicht so weit. Mary Ann und ihr Mann hätten sogar eine Strafe riskiert, also hat Mary Ann einfach nur gesagt, es wäre ihre Pflicht gewesen, ihrem Ehemann zu helfen.“

Eure Paula

Artikel 9 von 11