Eine Rallye fürs alte Eisen

von Redaktion

Der schwarze Bentley R-Type, Baujahr 1953, hat für Alexander Sporner nun ausgedient. © privat

München – Nur 0,3 Sekunden fehlten Alexander Sporner im vergangenen Jahr für einen Podestplatz. Am Ende wurde der Münchner bei der ADAC Maxlrain Classic Vierter – sein bislang bestes Ergebnis bei der Rallye. Am Wochenende greift der 75-Jährige erneut an, allerdings mit einem neuen Fahrzeug: Er startet erstmals in Maxlrain mit einem Mercedes W123 aus dem Baujahr 1976.

Das Wochenende steht in Maxlrain im Kreis Rosenheim im Zeichen der alten Motoren. Am Samstag findet die Rallye statt (Präsentation der Fahrzeuge im Stadtpark ab 9 Uhr, Rennstart um 12.30 Uhr). Und am Sonntag kommen alle Nostalgie-Fans dann beim Maxlrainer Oldie Feeling, Süddeutschlands größtem Oldtimer-Treffen auf der Schlosswiese auf ihre Kosten.

Alexander Sporner nimmt seit 2007 an Oldtimer-Rallyes teil. Schon bei der ADAC Bavaria Historic war er am Start, seit der Premiere der ADAC Maxlrain Classic gehört er dort zum festen Teilnehmerfeld. Fast zwei Jahrzehnte lang war ein Bentley R-Type aus dem Baujahr 1953 sein treuer Begleiter. Inzwischen hat der britische Klassiker allerdings den Besitzer gewechselt.

„Ich brauchte auch mal etwas Neues“, sagt Sporner. Sein Lebensmotto: „Man sollte für alles offen sein.“ Außerdem habe er seine Oldtimersammlung verkleinern wollen. „Mehr als vier Oldtimer sind unvernünftig, weil man sich dann nicht richtig um sie kümmern kann.“ Heute besitzt der 75-Jährige noch zwei klassische Mercedes – und die reichen ihm erst einmal.

Allzu große Hoffnungen auf eine Spitzenplatzierung macht sich der erfahrene Teilnehmer mit seinem neuen Fahrzeug allerdings nicht. „An den Bentley kommt er nicht ganz heran“, sagt er über den Mercedes. Vor allem müsse er das Auto erst richtig kennenlernen.

Die Leidenschaft für historische Fahrzeuge begleitet ihn schon sein ganzes Leben. „Die Faszination für Autos wurde mir angeboren“, erzählt er. Bereits mit zwölf Jahren ließ ihn sein Vater selbst ans Steuer. Noch heute besitzt er ein Foto, das seinen Vater vor dem Krieg bei einem Bergrennen auf einem BMW zeigt – eine Erinnerung, die ihn bis heute begleitet.

Auch beruflich drehte sich bei ihm alles um Motoren und Technik. Er studierte Maschinenbau und Kraftfahrzeugtechnik und arbeitete bis zu seiner Rente als Gutachter für Versicherungen. Aus seiner langjährigen Erfahrung hält Sporner Mercedes und Bentley für die zuverlässigsten Marken. Kleinere Reparaturen erledigt er selbst, für größere Arbeiten hat er einen Mechaniker seines Vertrauens.

Seine Ehefrau wird ihn bei der diesjährigen Rallye nicht begleiten. „Ihr wird immer so schwindlig“, sagt er mit einem Lächeln. Stattdessen nimmt eine Bekannte auf dem Beifahrersitz Platz. Sporner startet in der sportlichen Wertungsgruppe. Wichtiger als die Platzierung ist ihm aber das Wiedersehen mit den anderen Teilnehmern. „Es ist schön, sich auszutauschen, und es ist immer eine tolle Veranstaltung“, sagt er. Für die Ausfahrt hat er vor allem einen Wunsch: „Hoffentlich bleibt alles unfall- und pannenfrei.“

Artikel 1 von 11