Spektakuläres Naturschauspiel: Die Wasserhose über dem Bodensee war am Mittwochnachmittag von Weitem sichtbar. © Einsatzreport24
München – Blitze, Donner, Dauerregen – und ein spektakuläres Naturschauspiel über dem Bodensee: Am Mittwoch wurde Bayern erneut von Unwettern heimgesucht. Besonders eindrücklich war der Anblick am Bodensee, wo am frühen Nachmittag für etwa eine Viertelstunde eine riesige Wasserhose über den See fegte. Viele Schaulustige beobachteten das Spektakel vom Ufer aus. Schäden sind durch den Tornado aber offenbar keine entstanden, die Wasserschutzpolizei meldete keine Notfälle.
In Oberbayern sorgten vor allem Regenmassen und Blitze für Beeinträchtigungen. Am Flughafen München etwa. Dort gab es von 10.30 bis 11 Uhr einen Abfertigungsstopp. „Dies geschieht aus Sicherheitsgründen zum Schutz der Passagiere und Beschäftigten vor elektrischen Entladungen“, erklärt ein Flughafensprecher. In dieser Zeit durften die Flugzeuge nicht be- und entladen werden, Fluggäste konnten nicht aus- oder einsteigen. Das betraf alle Flugzeuge, auch solche an den Fingern der Flugsteige, „da sonst der Faradaysche Käfig-Effekt am Flugzeug nicht funktionieren würde“. Aufgrund der Wetterturbulenzen mussten auch an anderen europäischen Flughäfen Flüge gestrichen werden. Das führte zu insgesamt etwa 100 Annullierungen am Flughafen München.
Der Deutsche Wetterdienst hatte gestern Vormittag nordöstlich von München vor Gewittern mit heftigem Starkregen zwischen 25 und 35 Litern pro Quadratmeter und Stunde sowie Sturmböen gewarnt. Und so kam es dann auch. Die Unwetter hatten dabei auch Auswirkungen auf den S-Bahn-Verkehr: Betroffen waren die Linien S6 (Ebersberg), S7 (Pullach) und S8 (Flughafen).
Schon in der Nacht auf Mittwoch mussten die Einsatzkräfte in ganz Bayern ausrücken. In Oberfranken, Unterfranken und Oberbayern etwa – dort blockierten umgestürzte Bäume die Straßen oder sie waren überschwemmt. Dazu kamen vollgelaufene Keller. In Aschaffenburg konnten am frühen Morgen zunächst keine Züge fahren, nachdem Blitze in ein Stellwerk eingeschlagen hatten.
Geduld brauchten mal wieder die Auto- und Lkw-Fahrer auf der A8. Dort war in Richtung Salzburg bei Sturzregen kurz hinter dem Irschenberg ein Milchlaster umgestürzt. Der Fahrer (64) blieb unverletzt. Es bildete sich ein Rückstau von 13 Kilometern. Autofahrer, die vor der Unfallstelle gefangen waren, durften unter Weisung der Polizei wenden und zurück zur Ausfahrt Irschenberg fahren.MC/DW/DPA