Überlastet: Bei Staugefahr kann das Tempo auf der A10 gedrosselt werden. Künftig soll das automatisch passieren. © Hud
Salzburg – Mit einer neuen Echtzeit- und Vorhersage-Website, einem Tempolimit und Drohnen will die Asfinag den Transitverkehr auf der Tauernautobahn in diesem Sommer besser in den Griff bekommen. Bekanntlich nimmt der Reiseverkehr in Richtung Süden stetig zu, die Tauernautobahn ist dann auch ohne Baustellen oft hoffnungslos überlastet, Anrainergemeinden stöhnen wegen des Ausweichverkehrs, die Abfahrtssperren wirken kaum. Nun will der Autobahnbetreiber technisch aufrüsten.
Die mobile Website www.driveaustria.info soll die Verkehrslage auf der A10 in Richtung Süden und Richtung Norden in Echtzeit anzeigen und eine Routenplanung für die nächsten Tage und Wochen ermöglichen. Einen ähnlichen Service mit Echtzeit-Stau gab es bereits bei der zweijährigen Sperre der Tunnelkette Werfen.
Bereits für diesen Sommer will der Autobahnbetreiber mit einem Tempolimit den Verkehr in den Griff bekommen. Zwischen dem Walserberg und Golling kann die Höchstgeschwindigkeit von der Asfinag bei Bedarf von 130 auf 100 beziehungsweise von 80 auf 60 reduziert werden. Bis Sommer 2027 soll diese Temporeduktion dann automatisch erfolgen, rund 28 Millionen Euro will die Asfinag investieren, um vorhandene 40 Überkopfanzeigen aufzurüsten und zehn neue aufzustellen. Sensoren werden dann die Fahrzeugdichte messen und das Tempolimit automatisch steuern. Bereits heuer setzt der Autobahnbetreiber zwei Drohnen ein, und zwar an der Mautstelle St. Michael – derzeit eine Baustelle – und im Blockabfertigungsbereich für den Tauerntunnel in Richtung Süden. Diese beiden Drohnen sollen bei Bedarf auf Knopfdruck automatisch aufsteigen und das aktuelle Lagebild in das System einspielen. Geplant sind auch in diesem Sommer bereits vorübergehende Sperren einzelner Auf- und Abfahrten.
Salzburgs Verkehrslandesrat Stefan Schnöll will mit diesem Maßnahmenpaket „die Hoheit über unsere Straßen zurückgewinnen“. Er hofft, dass bereits die ersten Pilotversuche in diesem Sommer eine spürbare Entlastung für die Menschen in den Anrainergemeinden bringen.MICHAEL HUDELIST