Tanz übers Wasser: der Flamingo an einem Gewässer bei Gundelfingen. © Olaf Schmid
Gundelfingen – Sie sind vor allem in wärmeren Gefilden wie Afrika sowie Mittel- und Südamerika zu Hause. Bayern hingegen gehört nicht zum bevorzugten Lebensraum von Flamingos. Doch immer wieder werden Exemplare gesichtet, die wahrscheinlich aus Zoos ausgebüxt sind. Seit Monaten taucht auch entlang der Donau in Bayerisch-Schwaben regelmäßig ein Flamingo auf. Der Hobbyfotograf Olaf Schmid aus Giengen an der Brenz hat den Flamingo zufällig in Gundelfingen im Kreis Dillingen entdeckt. Wie viel Geduld man braucht, wie aufregend es war, den Flamingo endlich live zu sehen und warum das Tier von der „gemütlichen Sorte“ zu sein scheint, erzählt Schmid im Interview.
Sie sind Hobbyfotograf und fotografieren vor allem Wildtiere, am liebsten Vögel. Warum?
Ich bin auf der Suche nach dem Schönen. Und Vögel sind wunderschön. Man muss sich nur mal ein Rotkehlchen genauer anschauen. Zärtlich und zäh zugleich, irgendwie ein Gottesbote. Auch Eisvögel hatte ich schon vor der Kamera, wozu man Geduld und noch mehr Glück benötigt, weil die sehr scheu sind. Hier ist die beste Taktik: nicht rumlaufen, sondern sich hinsetzen und warten – und zwar an den Orten, wo sich die Eisvögel niederlassen. Jeder Vogel hat sein eigenes Revier und darin mehrere sogenannte Ansitze. Wo genau die sind, muss man lernen. Ich bin aber nicht der allergeduldigste Fotograf. Länger als eine halbe Stunde warte ich nicht.
Ein Flamingo in Ihrem Fotografier-Revier war dann natürlich ein willkommenes Foto-Objekt, oder?
Ja klar. Ich weiß schon länger von dem Flamingo und bin immer wieder zu den Orten gefahren, wo er gesichtet wurde. Aber ich hatte kein Glück. Überall, wo ich war, war der Flamingo schon wieder weg. Vor ein paar Tagen habe ich ihn zufällig in Gundelfingen entdeckt. Ich war da auf einem Vogelbeobachtungsturm – und da stand er plötzlich. Zwischen lauter Graugänsen war da plötzlich ein rosafarbener Flamingo. Das hat erst mal komisch ausgesehen. Ich habe mich natürlich riesig gefreut und war gleichzeitig ziemlich aufgeregt. So sehr man sich freut und sofort losfotografieren möchte – man darf nicht hektisch werden, sondern muss cool bleiben. Wenn einen die Graugänse bemerken, schnattern sie los und fliegen weg. Und der Flamingo gleich mit.
Was haben Sie gemacht?
Der Flamingo selbst scheint von der gemütlichen Sorte zu sein. Wenn er einen sieht, fliegt er nicht sofort weg wie ein Eisvogel. Ich habe mich vorsichtig rangepirscht. Ich hatte auch noch das Glück, dass der Flamingo nicht nur auf einem Bein rumstand, sondern auch mal losgeflogen ist. Das hat natürlich tolle Bilder gegeben. Der Flamingo sieht sehr elegant aus, gesund und fit. Er ist ja eigentlich ein Schwarmvogel, lebt aber hier schon seit zwei oder drei Jahren und hat in der Kolonie von Graugänsen ganz zufrieden gewirkt.