Glonner Freibad weist kranke Frau ab

von Redaktion

Anja Gründels Haut ist wegen einer Krankheit mit kleinen Knötchen übersät. © Privat

Baldham/Glonn – Anja Gründel aus Baldham im Kreis Ebersberg leidet von Geburt an unter der genetisch bedingten Erkrankung Morbus Recklinghausen. Kleine Knötchen, gutartige Tumore, wachsen auf ihrer Haut. Dass die Neurofibrome die Blicke der Menschen auf sich ziehen, daran ist die 59-jährige Kinderpflegerin gewöhnt. Vor gut zwei Wochen aber wurde ihr der Zutritt zum Freibad Kastensee in Glonn verweigert.

Betreiber Manfred Lamm habe Gründel an der Kasse aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes abgewiesen. Laut Gründel erklärte er, sie solle sich mal im Spiegel anschauen. Andere Badegäste hätten sich beschwert. Eine Erklärung, dass die Knötchen nicht ansteckend und ungefährlich seien, änderte nichts. Die Familie der Schwerbehinderten lässt der Vorfall nicht los. Gründels Mutter Barbara, 85 Jahre alt, setzt sich noch immer für sie ein: „Sie hat sich so tapfer durchs Leben gekämpft.Das ist diskriminierend, das geht einfach nicht.“ Gründels Anwältin hat nun eine Unterlassungsaufforderung und weitere rechtliche Ansprüche an den Seebad-Betreiber Lamm adressiert. Gründel fordert über ihre Anwältin von Lamm unter anderem 2500 Euro Schmerzensgeld sowie eine schriftliche Entschuldigung und künftige Zutrittszusicherung zum Bad.

„Ich brauche mich nicht zu entschuldigen“, sagt Lamm auf Nachfrage. „Ich habe die Dame nicht beschimpft, an einem Streit habe ich absolut kein Interesse.“ Er fühle sich in die Enge gedrängt. Seit Jahren erreichten ihn Beschwerden. „Wenn man sie sieht, geht man davon aus, dass sie einen sehr intensiven Hautausschlag hat“, erklärt Lamm die Irritation der Besucher und verweist auf sein Hausrecht.UTA KÜNKLER

Artikel 4 von 11