Pflegende Angehörige: Konstanze Riedmüller.
Die Schauspielerin Brigitte Hobmeier mit Sohn Anton.
Ehre für Oliver Kahn: Die Fußball-Ikone nahm den Orden (s. li.) von Ministerpräsident Markus Söder entgegen. © Martin Hangen (4)
München – Brigitte Hobmeier wird mit Auszeichnungen überhäuft. Doch ein Orden vom Freistaat – das ist selbst für die erfolgreiche Schauspielerin, die zum Festakt am Freitag in Begleitung ihres achtjährigen Sohnes Anton erschienen war, etwas Besonderes. „Der Bayerische Verdienstorden stellt die Frage nach der gesellschaftlichen Verpflichtung. Es gibt hier sehr viele andere, die durch ihre sozialen Dienste um einiges mehr bewirken als ich. Und trotzdem sind die Geschichten, die wir erzählen, genauso wichtig wie die harte, pragmatische Realität“, sagt die 50-Jährige.
Hobmeier ist eine von 68 Bayern, denen die Auszeichnung des Freistaats, die stets nur 2000 lebende Menschen tragen dürfen, in diesem Jahr zuteil wird. „Sie haben Außergewöhnliches geleistet. Ihnen gebührt höchster Respekt und Anerkennung für Ihre Leistung. Sie gehören zu den stärksten Menschen, die in Bayern für Bayern wirken“, wandte sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim Festakt im Antiquarium der Münchner Residenz an die Geehrten.
Der Bayerische Verdienstorden wurde 1957 vom Bayerischen Ministerpräsidenten Wilhelm Hoegner als „Zeichen ehrender und dankbarer Anerkennung für hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk“ gestiftet. Bekannte Träger sind unter anderem Theo Waigel, Marcel Reif und Felix Magath. Unter die prominenten Ordensträger reiht sich jetzt auch Oliver Kahn (57) ein. Für die Torwart-Legende aus Grünwald ist die Auszeichnung Anlass, Wegbegleiter zu würdigen. „Man nimmt so eine Auszeichnung ja immer stellvertretend entgegen – nämlich für die Menschen, die einem geholfen haben und beigestanden sind. Jetzt ist die Zeit, kurz innezuhalten und zu reflektieren – und sich darüber zu freuen.“
Der Orden stellt aber auch das ehrenamtliche Engagement abseits der Öffentlichkeit in den Fokus: Wächter des Brauchtums, Hüter von Kunst und Kultur, pflegende Angehörige, Brückenbauer, Umweltschützer und Krisenhelfer. „Sie alle haben die Gesellschaft zum Besseren verändert“, so Söder. Wie Konstanze Riedmüller (59). Die Pullacherin setzt sich seit über 30 Jahren für die Belange von Menschen mit Behinderung ein und kämpft in Vereinen für die Verbesserung von deren Lebensbedingungen. „Ich bin auch pflegende Mutter, wir haben einen mehrfach behinderten Sohn“, sagt Riedmüller. „Ich nehme die Auszeichnung stellvertretend für alle pflegenden Angehörigen entgegen.“DANIELA POHL