Es war ein warmer Sommerabend, und die Luft roch nach Gras und feuchter Erde. Ich schaute hinüber zum Schilf, wo die Frösche schon ihr abendliches Konzert begannen. Dann stockte ich plötzlich.
„Klara… siehst du das?“ Zwischen den Büschen am Ufer blinkten kleine Lichter. Zuerst eines, dann zwei, dann viele. Grünliches, sanftes Licht, das aufleuchtete und wieder verschwand, wie winzige Sterne, die sich vom Himmel gelöst hatten und nun zwischen den Blättern tanzten. „Was… ist das?“, flüsterte Klara und rührte sich nicht vom Fleck. „Ist das Feenstaub?“ „Ich weiß es nicht“, schnatterte ich leisen. Frau Dr. Berta Raspelzahn stapfte heran. „Berta!“, schnatterte ich aufgeregt. „Was sind das für Lichter? Die ganzen Büsche blinken!“
Die Biberin stellte sich neben uns und schaute still auf das Flimmern. „Das, meine lieben Enten, sind Glühwürmchen.“ „Glüh…würmchen?“, wiederholte Klara verwundert. „Das klingt wie etwas aus einem Märchen.“ „Ich weiß“, sagte Berta sanft. „Aber es ist echte Natur. Glühwürmchen sind eigentlich keine Würmer, sondern Käfer: kleine Insekten, die leuchten können. In ihrem Bauch steckt ein besonderer Stoff, der mit Sauerstoff reagiert: also mit der Luft, die wir alle atmen. Dabei entsteht Licht. Und das Wunderbarste daran: Es wird dabei fast keine Wärme erzeugt. Die Zweibeiner nennen das Kaltlicht.“ „Kaltlicht“, wiederholte ich langsam. „Also leuchten sie, ohne sich zu verbrennen.“ Eure Paula