München – Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, ist für eine weitere Amtszeit nominiert worden. Bei den Vorstandswahlen erzielte sie das beste Ergebnis. Insgesamt wählten die Mitglieder der Kultusgemeinde 15 Vorstände, die für verschiedene Aufgaben zuständig sind. Insgesamt gehören der israelitischen Kultusgemeinde 9000 Mitglieder an. Nicht alle sind wahlberechtigt, beispielsweise die Unter-18-Jährigen.
Das Wahlverfahren ist aber zweigestuft, allein der Vorstand bestimmt ein dreiköpfiges Präsidium. Diese Wahlen fanden gestern Abend statt – nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe. Und wenn nicht alles täuscht, so dürfte Charlotte Knobloch, mittlerweile 93 Jahre, für eine weitere vierjährige Amtszeit als Präsidentin zur Verfügung stehen. Begonnen hatte sie 1985. Zwischenzeitlich war die gebürtige Münchnerin, die der Verfolgung durch Gestapo und SS nur entging, weil sie auf einem Bauernhof in Franken untertauchen konnte, auch Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland. 2010 hat sie dieses Amt wieder abgegeben, doch München bleibt sie erhalten.
Die Aufgaben werden ja auch nicht weniger. Der auf das Massaker am 7. Oktober 2023 folgende Krieg in Gaza hat den Hass auf Juden angefacht. Doch gilt Bayern trotz antisemitischer Vorfälle als weitgehend stabiler Ort für jüdisches Leben, jüngst war bei der 15-Jahr-Feier des Israelischen Generalkonsulats sogar von einem „Musterland“ gegen „explodierenden Antisemitismus“ die Rede.DW