Wer kennt Coach Ben?

von Redaktion

Jugendtrainer wegen Missbrauchs-Vorwürfen in U-Haft: Polizei hofft auf Hinweise ehemaliger Spieler

Tatort am Trainingsplatz? Ein Jugendtrainer soll sich an Kindern vergangen haben. © Symbolbild: Pankova/Getty

München – Das Münchner Polizeipräsidium wendet sich mit einem ungewöhnlichen Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit: Es sucht Kinder und Jugendliche, die vorwiegend in den 2010er-Jahren Fußball gespielt und damals einen Trainer hatten, der sich „Coach Ben“ genannt hat. „Unter diesem Namen ist er in der Fußballwelt bekannt“, sagt Sabine Lainer über einen Tatverdächtigen, der seit Dezember vergangenen Jahres in Untersuchungshaft sitzt. Lainer leitet das Kommissariat 17, das sich auf Delikte sexualisierter Gewalt zum Nachteil von Kindern spezialisiert hat. „Coach Ben“ steht in Verdacht, sich an mindestens fünf Buben und Jugendlichen vergangen zu haben. Aber: „Wir können davon ausgehen, dass es weitere Opfer geben könnte“, sagt Lainer.

Gegen den 43-jährigen gebürtigen Nordrhein-Westfalen, der zuletzt im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen gelebt hat, läuft seit 2024 ein Ermittlungsverfahren. Im Raum stehen sexuelle Übergriffe, sexueller Missbrauch und schwerer sexueller Missbrauch von Kindern. Zu den Taten soll es laut Lainer unter anderem bei Probetrainings, in Fußballcamps und bei Filmabenden gekommen sein. Der Tatverdächtige war bei vielen verschiedenen Kinder- und Jugendmannschaften in München und Oberbayern, aber auch in ganz Süddeutschland aktiv. Entsprechend komplex ist der Fall, der an mehreren Orten spielt. 2014 soll es bei einem Trainingslager in Oberhaching in drei Nächten zum sexuellen Missbrauch eines damals Zehnjährigen gekommen sein. Bereits 2009 wird dem Tatverdächtigen ein sexueller Übergriff auf einen damals Zwölfjährigen bei einem Probetraining in Köln vorgeworfen. Nachdem über diese beiden Fälle berichtet worden war, wurden der Polizei drei weitere Betroffene bekannt, die „Coach Ben“ ebenfalls sexuelle Taten vorwerfen. Dabei sollen die Opfer laut Lainer acht, 13 und 16 Jahre alt gewesen sein.

Wie die Kommissariatsleiterin gestern in München erklärte, habe sich der Tatverdächtige bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Den Ermittlern geht es nun darum, Informationen zu sammeln und weitere Betroffene zu finden. Sie bitten ehemalige Spieler und Opfer von „Coach Ben“, sich zu melden. Hinweise an die Polizei per E-Mail an pp-mue.muenchen.k17.jms@polizei.bayern. de oder unter der Telefonnummer 089/29 100.NADJA HOFFMANN

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