Ausstellung zu Bayerns Rolle bei Hitlers Aufstieg

von Redaktion

Regensburg – Im Haus der Bayerischen Geschichte (HdGB) in Regensburg ist gestern die Bayern-Ausstellung „Brennpunkt Bayern. Hitler und der Kampf um die Demokratie“ eröffnet worden. Auf fünf Bühnen wird dabei die Rolle des Freistaats im Kampf für und gegen die junge Demokratie der Weimarer Republik aufgearbeitet. Die Bayern-Ausstellung nimmt die Jahre 1919 bis 1924 in den Blick, in denen man beobachten könne, wie die Demokratie gekippt sei, sagte der Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, Richard Loibl. „Wir schauen genau hin auf diese fünf Jahre, in denen es in der Hand Bayerns lag, den Spuk zu beenden.“ Die Ausstellung dauert bis August 2027.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) rief bei der Eröffnung dazu auf, sich mit den vielfältigen Ursachen für den Aufstieg des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Grundsätzlich wiederhole sich Geschichte nicht, es gebe lediglich „gewisse Ähnlichkeiten“ zu heute. Die Ausstellung helfe, die politischen Grundlagen zu verstehen. Die Weimarer Republik sei gescheitert, „weil die Demokratie zu müde und zu schwach war, und sie sie den Radikalen auf dem Silbertablett überreichte“.

Söder sagte: „So schlapp wie die Demokraten von damals dürfen wir nie werden.“ Der Nationalsozialismus sei „eben kein Vogelschiss der Geschichte“ gewesen, widersprach Söder einem Zitat des AfD-Politikers Alexander Gauland von 2018.

Bayern spielte für den Aufstieg des Nationalsozialismus eine wichtige Rolle: Wirtschaftliche Krisen und politische Gewalt bedrohten in den frühen 1920er-Jahren die Weimarer Republik. Zum Brennpunkt wurde dabei Bayern. Dort errangen die Nationalsozialisten die ersten Erfolge, scheiterten aber im November 1923 mit einem Putschversuch. Im Hochverratsprozess ließ die bayerische Justiz die Rädelsführer glimpflich davonkommen. 1933 kamen die Nationalsozialisten schließlich an die Macht. EPD

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