Eine Boeing 737 von Ryanair in der Luft. © Soeren Stache/dpa
Memmingen – Nach dem dramatischen Zwischenfall auf einem Ryanair-Flug von Thessaloniki nach Memmingen verdichten sich die Hinweise auf die Ursache. Nach Angaben der für Boeing zuständigen US-Behörde National Transportation and Safety Board (NTSB) gab es Probleme am rechten Triebwerk der Boeing 737-800.
In der Fachwelt gilt inzwischen ein sogenannter Uncontained Engine Failure (englisch für „unkontrollierter Triebwerksschaden“) als wahrscheinlich. Demnach könnte eine gebrochene Triebwerksschaufel die Verkleidung des Motors durchschlagen und anschließend das Kabinenfenster getroffen haben. Eine offizielle Untersuchung steht noch aus.
Der Vorfall hatte sich am Freitagmorgen kurz nach dem Start in Thessaloniki ereignet. Nach einem lauten Knall zerbarst ein Fenster, durch den plötzlichen Druckabfall wurde ein Passagier teilweise aus der Öffnung gesogen. Mitreisende zogen den Mann zurück in die Kabine. Er erlitt griechischen Medienberichten zufolge Nackenverletzungen und Reibungsverbrennungen und wurde im Krankenhaus behandelt.
Der Zwischenfall ist nicht der erste dieser Art bei einer Boeing 737-800. Wie der BR berichtet, wurden in den vergangenen Jahren mindestens zwei ähnliche Fälle bekannt, bei denen nach Triebwerksschäden Motorteile die Flugzeughaut oder ein Fenster schwer beschädigten. Nach einem tödlichen Unfall bei Southwest Airlines im Jahr 2018 ordneten die US-Behörden Nachbesserungen an. Ob die Ryanair-Maschine umgerüstet war, ist nicht bekannt.TSR