Am Welfen-Gymnasium (im Schulzentrum rechts im Bild) lief am Mittwoch ein ehemaliger Schüler Amok. © Herold
Schongau – Nach dem Amoklauf am Welfen-Gymnasium in Schongau haben sich besorgte Eltern an unsere Zeitung gewandt. Sie haben viele Fragen – und wollen zum neuen Schuljahr über ein Schutzkonzept informiert werden.
Schüler und Eltern waren bereits vor den Weihnachtsferien wegen eines Vorfalls mit dem mutmaßlichen Täter in Sorge. Die Tochter von Deborah Leibinger aus Peiting besucht dieselbe Klasse wie der 16-Jährige. Er soll während des Unterrichts über Schul-iPads anzügliches und gewaltverherrlichendes Material an andere Schüler verschickt haben. Der mutmaßliche Täter sei zunehmend zum Außenseiter geworden. Als dieser von einem Amoklauf sprach, schrieb Leibinger Mitte Dezember eine Mail ans Rektorat und bat um Hilfe für den Schüler und die Klasse – andernfalls würde sie selbst zur Polizei gehen. Am Tag darauf besuchte eine Polizistin die Klasse.
Eine andere Mutter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, will wissen: „Welche rechtlichen Möglichkeiten zur Überwachung beziehungsweise Betreuung gibt es eigentlich in Deutschland, wenn Jugendliche mit Amokdrohungen an Schulen auffallen?“ Die Eltern kritisieren, dass es kein funktionierendes Amok-Warnkonzept gab. Einige Lehrkräfte hatten den Alarm für Feueralarm gehalten und die Jugendlichen ins Freie oder nach Hause geschickt. Deborah Leibinger wünscht sich, dass künftig alle Schularten, von der Grund- bis zur Berufsschule, Amokalarm üben. Grundsätzlich lobten die Eltern die Kommunikation der Schule nach der Tat.BARBARA SCHLOTTERER-FUCHS CHRISTIANE MÜHLBAUER