Nach Bärensichtung: Imker rüsten auf

von Redaktion

Schutzzaun für Bienenvölker in Tegernseer Bergen

Mit einem Elektrozaun schützt der Bezirksimkerverein Gmund seine Bienenvölker. Links der Bär, der 2023 bei Brandenberg in eine Fotofalle tappte. © Imkerverein, Bauernbund Tirol

Thiersee/Rottach-Egern – Eine Woche ist es her, dass ein Bär rund fünf Kilometer von der bayerischen Grenze entfernt gesichtet wurde. Jetzt wird bei den Imkern im Landkreis Miesbach aufgerüstet, die die Beobachtung unweit der Landkreisgrenze alarmiert hat.

Um seine Bienenvölker zu schützen, hat der Bezirksimkerverein Gmund, Tegernseer Tal und Umgebung an seiner Belegstelle, einer Bienenzuchtstation, am Pfaffenkopf nahe der Tiroler Grenze einen speziellen Elektrozaun installiert. Vorsitzender Thomas Klotz erklärt, dass dies zur Sicherheit der Bienen dient, da Bären nicht nur Honig, sondern auch die Brut begehren und großen Schaden anrichten können. Bereits 2025 hatte der Verein Fördermittel für den Schutzzaun beantragt und das Material besorgt. Die Installation wurde im Frühjahr begonnen und angesichts der Bärensichtung beschleunigt. „Wir wussten, dass der Bär über kurz oder lang ein Thema für uns sein wird“, sagt Klotz. „Nach unseren Erkenntnissen sind wir wohl die erste Belegstelle in Bayern, die über einen solchen Schutzzaun verfügt.“

Am 6. Juli hatte ein Landwirt in Thiersee (Tirol) einen Bären in etwa 300 Meter Entfernung von seinem Hof gesehen. Berichte über Risse gibt es nicht, das Tier könnte längst über alle Berge sein. Bären können bis zu 50 Kilometer an einem Tag zurücklegen. Möglicherweise versteckt sich der Bär aber schon seit Jahren in den Brandenberger Alpen – dem Gebiet in Tirol südlich des Landkreises Miesbach. Schon 2023, als sich ein Bär von dort nach Oberbayern aufmachte und schließlich ins Salzburger Land weiterzog, wo er von einem Zug überfahren wurde, war immer wieder von zwei Bären in der Region die Rede. Ist einer davon noch da?

„Ich hab‘ im Winter immer wieder Bärenspuren im Wald gesehen“, berichtet Michael Erzberger, Jagdleiter der Jagdgenossenschaft Brandenberg. „Gut möglich, dass er einen Unterschlupf im Norden von Brandenberg hat, dort gibt es eine Höhle, in der er von manchen Kollegen im Winter vermutet wird.“ Die Region bestehe aus 10.000 Hektar Bundesforsten, die würden sich gut als Bärenversteck eignen. Erzberger: „Es gibt dort wenig Touristen, da würde der Bär kaum gestört.“

Mit einem zurückgezogenen Bären, der gelegentlich Ausflüge Richtung Bayern macht, ließen sich auch zwei Sichtungen erklären, die im November vorigen Jahres am Samerberg und an der Hochries im Chiemgau gemacht wurden. „Die Dame, die ihn gesehen hat, war absolut glaubwürdig“, so Peter Weyerer, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Törwang. Spuren oder gar Berichte über Schäden gab es aber auch hier nie.GAB/WE

Artikel 5 von 11