DAS PORTRÄT

Die Architekten des Uttinger Labyrinths

von Redaktion

Corinne und Uli Ernst aus Utting. © GRONAU

Am 22. Juli wird das Feld-Labyrinth „Ex Ornamentis” in Utting am Ammersee eröffnet. Dieses Mal lautet das Motto „ROM“, verbunden mit einem Bild des Kolosseums, dem Wahrzeichen der ewigen Stadt, das unter dem Schriftzug zu sehen ist.

In dem 18.000 Quadratmeter großen Pflanzenlabyrinth, das seit 1999 von den Landwirten Corinne und Uli Ernst jedes Jahr mit einem neuen Motiv versehen wird, entdecken die Gäste auch einen Titusbogen, ein römisches Aquädukt mit Wasserlauf und ein Strohtheater. Bei einem Suchspiel können die Besucher bis zum 27. September zwischen Knobelaufgaben für den Gladiatoren-Schüler, den Baumeister des Kolosseums, den römischen Händler oder Merkur, den Götterboten, wählen (alle Infos unter: exornamentis.de).

Wieso es heuer Rom geschafft hat, das Motiv für das Maislabyrinth zu werden? „Weil wir Lust darauf hatten“, sagt Corinne Ernst. „Es gab immer wieder Themen, die an einen Zeitpunkt gebunden waren, wie 2017 etwa 500 Jahre Reformation.“ Dieses Mal sollte es ein zeitloses Motto werden. „Es gab auch einige Gäste, die das Thema in unserem Gästebuch vorgeschlagen hatten.“ Doch es blieb die Frage: Welches Motiv sollte gewählt werden? „Es hätte auch ein Gladiatorenhelm oder eine Landkarte des römischen Reichs sein können. Wir haben uns für das Kolosseum entschieden.“ Der Grund laut Ernst: „Das Motiv muss vielen gefallen, und vor allem muss es von der Form in das Feld passen und es darf nicht zu fein sein, da man es dann nicht mehr pflanzen kann. Wenn es zu grob ist, dann ist es kein Labyrinth mehr.“ Verlaufen könne man sich nicht: „Es liegt direkt am Ammersee, fußläufig am Ufer. Und zum Ausgang geht es immer bergauf.“ Und tagsüber würden die Gäste gezählt, vor dem Schließen abends noch mal nachgeschaut, ob noch jemand da ist.

Bleibt die Frage, wie das Motiv aufs Feld kommt: „Wir entwerfen es selbst im Frühjahr. Vor dem Austreiben der Pflanzen wird das Motiv mit Kalk, ähnlich wie auf einem Sportplatz, übertragen“, so Ernst. Dazu rücken Studenten der Fakultät für Geo-Informatik der Hochschule München mit einem GPS-Navigationsgerät an. „Das ist für sie eine Seminararbeit.“

Zuvor wurde das ganze Feld eingesät – mit Sonnenblumen, Hanf, Mais, wilder Malve, Bohnen, Kürbissen und Wildkräutern. „Bei einer Höhe von 15 Zentimetern beginnen wir mit dem Mähen.“ Ob es heuer Probleme mit Dürre und Hitze gibt? „Unsere Mischung wächst hervorragend und kommt mit dem Sommer zurecht. Wir rechnen mit drei Metern Höhe und mehr, derzeit sind es fast überall schon zwei Meter.“ Im Herbst wird das rund drei Fußballfelder große Areal gemäht und untergepflügt. „Das ist der beste Dünger für das nächste Jahr.“JOHANNES WELTE

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