Tausende Unwetter-Einsätze in Bayern

von Redaktion

Starkregen und heftiger Hagel in Franken – Soldaten bei Mittenwald vom Blitz getroffen

Das Gebirgstruppen-Ehrenmal am Hohen Brendten. © Molgreen/Wikipedia

Land unter in Erlangen: Anwohner schrubben am Dienstagabend die Wassermassen von der Straße. © David Oßwald/dpa

Mittenwald/Erlangen – Die aktuelle Hitzewelle neigt sich dem Ende zu – und das mit teils heftigen Unwettern. Zu spüren bekamen das am frühen Mittwochmorgen auch sechs junge Bundeswehrsoldaten am Hohen Brendten in Mittenwald. Die Soldaten biwakierten auf dem Berg, an dem sich auch das Gebirgstruppen-Ehrenmal befindet, als gegen 5.15 Uhr ein Blitz einschlug. Fünf der Soldaten im Alter zwischen 18 und 26 Jahren wurden leicht verletzt, ein 18-Jähriger mittelschwer. Der Blitz hatte den jungen Mann offenbar direkt getroffen.

Die Soldaten hatten im Rahmen ihrer Ausbildung am Hohen Brendten biwakiert. Das Gelände oberhalb von Mittenwald wird von der Bundeswehr regelmäßig für Gebirgs- und Gefechtsausbildungen genutzt. Dabei verbringen die Soldaten auch Nächte im Freien, um den Einsatz unter realistischen Bedingungen zu trainieren.

Besonders schwer fielen die Unwetter am Dienstagabend in Mittelfranken aus. Starkregen und Hagel hielten dort die Einsatzkräfte auf Trab. In der Nürnberger Leitstelle gingen innerhalb von fünf Stunden ganze 3000 Notrufe ein – „eine so noch nie dagewesene Zahl“, wie die Feuerwehr berichtete. Am Nürnberger Flughafen wurde der Flugbetrieb zeitweise eingestellt. Einsatzkräfte beseitigten nach Angaben des Flughafens unter anderem umgestürzte Bäume und kümmerten sich um beschädigte Dächer sowie Wasserschäden.

Im Landkreis Erlangen-Höchstadt überfuhr ein Regionalzug einen Baumstamm, der infolge eines Unwetters auf die Gleise gefallen war. Durch den Aufprall wurde der Zug beschädigt und konnte nicht weiterfahren. Die Auswirkungen des Unwetters vom Dienstag reichten bis in den Folgetag: An der Grundschule Röthenbach an der Pegnitz am Forstersberg im Landkreis Nürnberger Land fiel der Präsenzunterricht wegen Windbruchs und umgestürzter Bäume aus.

In der Nacht wurde zudem eine Schulklasse aus Baden-Württemberg auf einem Zeltplatz am Forggensee im Allgäu von einem Gewitter überrascht. Nachdem die Zelte der Siebtklässler und ihrer Lehrer vollständig nass waren, setzten die Lehrkräfte laut Polizei einen Notruf ab. Schließlich konnte eine Notunterkunft in einer Turnhalle organisiert werden. JOHO/DPA

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