Minister Bednárik am Bahnhof Regensburg. © MD.GOV.CZ
München/Regensburg – Der RE25 ist unter Fahrgästen berühmt-berüchtigt. Der Regionalzug der Länderbahn, besser bekannt als „Alex“, verbindet München mit Prag. Vor allem die Reise durch die Oberpfalz bis zum Grenzbahnhof Furth im Wald gilt als schwieriges Terrain.
Diese Erfahrung machte jetzt auch der tschechische Verkehrsminister Ivan Bednárik, der Ende Juni seinen Ministerkollegen Christian Bernreiter (CSU) in München treffen wollte. Seine Reise geriet zur Odyssee, tschechische Medien sind voll des Spottes über die schlechte bayerische Bahn-Infrastruktur. Was war passiert? Bednárik hatte den Fehler begangen und seine Reise per Bahn angetreten. In Regensburg war aber Endstation: Stellwerksstörung. „Ich hatte zwei Stunden Reserve, kam dennoch 45 Minuten zu spät“, zitierte ihn das Portal zdopravy.cz, das von einer „beschämenden Bahnverbindung“ schrieb. „Eine unbeschreibliche Erfahrung.“ Der Zug sei deutlich langsamer als das Auto. Es gebe Reisezeiten „wie aus dem vergangenen Jahrhundert“. „Das Problem liegt vor allem auf der deutschen Seite.“
Tatsächlich ist die Bahnverbindung zwischen Regensburg und Furth im Wald kurvenreich und nicht elektrifiziert. Für die gut 100 Kilometer benötigt die Bahn 1:20 Stunden. Auch der Lokwechsel in Regensburg kostet Zeit. 2025 kam nur etwa jeder zweite Zug der Länderbahn pünktlich an, zehn Prozent fielen ausweislich der Statistik, die die Bayerische Eisenbahngesellschaft jährlich erhebt, ganz aus.
In Tschechien hat der Ausbau der Bahnstrecke, zunächst zwischen Pilsen und Furth im Wald, schon begonnen, in Bayern nicht. Das war auch Thema des Gesprächs zwischen Bernreiter und Bednárik. Denn der Minister kam doch noch in München an – er fuhr ab Regensburg mit dem Auto.DW