Weidepflicht: Bauern hoffen auf Ausnahme

von Redaktion

Bayerns Landwirte kämpfen für flexiblere Regeln

Beim Hoffest: Minister Aiwanger, Landesbäuerin Singer, Minister Beißwenger, Ministerin Kaniber, Bauernpräsident Felßner und BBV-Generalsekretär Carl von Butler (v. l. n. r.). © Stache

München – Christine Singer hatte allen Grund, sich zu freuen beim Hoffest des Bayerischen Bauernverbands (BBV) am Dienstagabend in München. Die Landesbäuerin, die für die Freien Wähler im Europaparlament sitzt, hatte mit ihrem CSU-Kollegen Stefan Köhler in Brüssel einen wichtigen Erfolg errungen: Ein Änderungsantrag zur umstrittenen Weidepflicht ist vom Agrarausschuss angenommen worden. „Jetzt haben wir die Chance, dass sich doch noch etwas bewegt“, sagte die Landesbäuerin. „Das ist ein Zeichen, ein guter Start in die Sommerpause.“ Der Grundsatz des Antrags lautet: Weide wann immer möglich, aber Spielräume bei objektiven betrieblichen Hindernissen. Also: Wenn Öko-Betriebe die Weidepflicht aus triftigen Gründen nicht voll umsetzen können, sollen sie „Bio“ bleiben dürfen. Etwa, wenn der Hof mitten im Ort liegt und keine Weide angrenzt.

Für die Ökobauern in Bayern ist das ein Lichtblick. Nachdem EU-Agrarkommissar Christophe Hansen unmissverständlich klar gemacht hatte, dass für Tiere von Ökobauern die Weidepflicht gilt, waren über 300 Ökobauern in Bayern zur konventionellen Bewirtschaftung gewechselt. Der Bauernverband hatte auf eine Flexibilisierung gedrängt. Der Änderungsantrag wird nun in die Verhandlungen zwischen EU-Kommission, Parlament und Rat einfließen.

Für die Gäste wie Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU), Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW), Europaminister Eric Beißwenger (CSU) und CSU-Fraktionschef Klaus Holetschek ein gutes Signal. Bauernpräsident Günther Felßner rief in unsicheren Zeiten zu Zusammenhalt auf – und zur Diversifizierung der Höfe. „Der Tourismus bietet hier noch viele Chancen.“ Ministerin Kaniber forderte vom Bund, dass die Produktionskosten gedrosselt werden. „Wir können das Leben billiger machen und die Preise senken.“ So solle man die CO₂-Bepreisung für die Landwirtschaft gänzlich fallen lassen. Applaus von den Landwirten – und ein Start für gute Gespräche beim Hoffest.CM

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