Wassermangel: Appell der Fischer

von Redaktion

Messungen für Bäche fehlen – Kommunen fordern mehr Engagement

Mit mehr Regentonnen will Bayreuth gegen Wassermangel vorgehen. © Schierenbeck

München – Angesichts der Dürrephasen und sinkender Grundwasserspiegel hat der Verband kommunaler Unternehmen mehr Engagement in Bayern gefordert. Zwar gebe es derzeit viele Pilotprojekte, aber dies reiche nicht mehr. „Im Zeitraum von 2003 bis 2025 wies die Grundwasserneubildung in Bayern ein mittleres jährliches Defizit von circa 15 Prozent auf, das auch durch einzelne nasse Jahre nicht nachhaltig behoben wurde“, teilte der Verband mit.

Nötig sind dem Verband zufolge mehr natürlicher Wasserrückhalt in der Fläche, ein Umdenken in der Landnutzung und die Wiederherstellung von Wasserkreisläufen durch Wiedervernässung. Es brauche durchlässige Böden und weniger versiegelte Fläche. „Wasser darf nicht länger möglichst schnell abgeleitet werden“, hieß es.

Bayernweit prüfen Kommunen, ob ausreichend Trinkwasser vorhanden ist. Nach Angaben des Landesamts für Umwelt ist die Lage derzeit vor allem in Schwaben, Oberbayern sowie Ostbayern heikel. In München gibt es bereits das Verbot, private Pools zu füllen oder den Rasen zu sprengen, ebenso in Landau. In Bayreuth hingegen setzt man statt auf Verbote auf ein Förderprogramm für den Kauf von Regentonnen.

Auch Bayerns Fischer schlagen Alarm und fordern mehr Anstrengungen beim Gewässerschutz. Bayern müsse seine Mindestwassermengen für Flüsse anpassen und auf den Schutz der Gewässer statt auf die wirtschaftliche Nutzung ausrichten, fordert der Landesfischereiverband. Zudem brauche es mehr Messstellen in Bayern. Für Niedrigwasser fehlten „vielfach Echtzeitdaten“, vor allem an tausenden kleinen Wasserkraftwerken. Private Pegel könnten eingebunden werden. Auch viele kleine Bäche seien ausgetrocknet. „Der Bund macht es mit dem angekündigten Informationssystem NIWIS vor und Bayern muss hier dringend nachziehen“, erklärte Fischerchef Axel Bartelt.

Zudem müsse in Bayern besser geprüft werden, wie viel Wasser aus Flüssen entnommen wird – und nicht nur einzeln in den Verwaltungsgrenzen der Landkreise. Helfen würde aus Sicht des Fischereiverbands auch der Rück- und Umbau von Wasserkraftwerken, damit Fische aus wärmeren Flussabschnitten in kühlere gelangen können.DPA/MM

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