von Redaktion

Es war ein schwüler Sommerabend, und die Luft stand warm und still wie in einem Dampfbad. Ich watschelte gemächlich am Ufer entlang, als ich plötzlich einen Schmerz spürte. „Autsch!“ Waldemar, der auf einem Baumstumpf am Ufer saß und genüsslich an einer gestohlenen Semmel knabberte, schaute herüber. „Alles cool bei dir, Paula?“ „Nein!“, schnatterte ich empört und kratzte mich am Hals. „Irgendetwas sticht mich dauernd! Und jetzt juckt es auch noch!“ Waldemar grinste breit. „Willkommen im Sommer, Ente.“

Agnes, die im Gras saß und in einem dicken Buch blätterte, schaute über den Rand ihrer Brille. „Mücken“, sagte sie knapp. „Mücken?“, quakte ich und schaute mich um. „Wo? Ich sehe nichts!“ „Die sieht man kaum“, erklärte Agnes, schob die Brille zurecht und wir alle am See wussten, bedeutete, dass jetzt ein längerer Vortrag folgen würde. „Mücken sind kleine Insekten, und die Weibchen unter ihnen stechen, um Blut zu saugen.“ Waldemar hörte auf zu kauen. „Warte mal. Nur die Weibchen stechen?“ „Nur die Weibchen“, bestätigte Agnes. „Sie brauchen das Blut nämlich nicht zum Fressen, sondern für ihre Eier. In dem Blut stecken wichtige Eiweißstoffe, die sie brauchen, damit ihre Eier sich entwickeln können. Die Männchen trinken lieber Blütennektar.“

Ich hörte auf zu kratzen und schaute Agnes mit großen Augen an. „Also werde ich gerade von einer Mutter gestochen, die Eier legen möchte?“ „Gewissermaßen“, quakte Agnes.

Eure PaulaTEXT: SARA FERIGO

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