Freising – Eine 48-jährige Freisingerin soll jahrelang von ihrem ehemaligen Ehemann misshandelt und gedemütigt worden sein. An Neujahr griff die Frau zum Messer und verletzte ihren Mann mit zwei Stichen. Deshalb muss sie sich nun in Landshut wegen versuchten Mordes verantworten.
„Er hat es geliebt, wenn ich weinte“, sagte sie vor Gericht. Ihr Mann habe sie nicht nur psychisch malträtiert, sondern auch geschlagen, gewürgt oder gegen Möbel geschubst. Neujahr war der Streit so eskaliert, dass sie ein Messer genommen und den 50-Jährigen zweimal von hinten in den Rücken gestochen hatte. Danach wählte sie selbst den Notruf. Während die Anklage das Mordmerkmal der Arg- und Wehrlosigkeit erfüllt sah, argumentierte der Verteidiger, das Messer sei für den Mann gut erkennbar gewesen. „Ich bin nicht stolz darauf, was ich getan habe“, sagt die 48-Jährige. Sie habe ihren Partner nie töten, nur verletzen wollen.
Die beiden Polen waren von 2008 bis 2010 verheiratet, Trennungsgrund war der Alkohol. 2020 war ihr Ex-Mann wieder bei ihr eingezogen, zugespitzt habe sich die Situation vergangenes Jahr. Der Mann machte vor Gericht keine Aussage. Ein Schmerzensgeld-Angebot schlug er aus. Der Prozess wird fortgesetzt.KÖ