Neues Terminal kostet zwei Milliarden

von Redaktion

Flughafen und Lufthansa vertiefen ihre Partnerschaft – Baustart für T-Stiel wohl 2029

Flughafen-Chef Jost Lammers (links) mit Lufthansa-Manager Heiko Reitz vor einem Modell des T-Stiels. © dw

München – Der Flughafen München und Lufthansa – das ist seit jeher wie Pech und Schwefel. Und die bestehende „strategische Partnerschaft“ wird durch ein neues Joint Venture vertieft: den Bau des T-Stiels. Das ist ein neues Abfertigungsgebäude, das vertikal an das sogenannte Satelliten-Gebäude des Terminals 2 andocken soll. Bereits im Mai hatten Flughafen-Geschäftsführer Jost Lammers und Lufthansa-Chef Carsten Spohr den Bauplan verkündet – jetzt gibt es weitere Details zu diesem Projekt, dessen Dimension allein die eines mittelgroßen deutschen Flughafens wie etwa Stuttgart erreicht. Zehn Millionen Passagiere sollen langfristig nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2035 von hier in alle Welt fliegen, sagte Lammers am Dienstag. Im Moment laufen erste Planungen und Ausschreibungen. Ein Baustart im Jahr 2029 „wäre schön“.

Der 550 Meter lange Gebäudetrakt reicht für zwölf Großraumflugzeuge wie A350 oder aber 22 kleinere Flugzeuge vom Typ einer A320 aus, die direkt an den Fluggastbrücken andocken können. Innen dürfte es ein Terminal mit allen Schikanen werden – Restaurants, Luxusboutiquen, auch eine Lounge der Lufthansa mit Aussichtsterrasse ist geplant. Alles was die Aufenthaltsqualität steigert, ist in dem hart umkämpften, aber lukrativen Markt der Business-Class-Kunden wichtig. München konkurriert hier mit anderen internationalen Drehkreuzen.

Denn gedacht ist der T-Stiel vor allem für Umsteiger. 85 Prozent der Passagiere auf der Langstrecke seien Umsteiger, sagte der Münchner Lufthansa-Hub-Manager Heiko Reitz. Lounge hin oder her: Die Umsteigezeit soll möglichst kurz sein, ambitioniertes Ziel sind 35 Minuten vom Aussteigen bis zum Einsteigen in ein anderes Flugzeug. Reitz wies darauf hin, dass ein in München stationiertes Langstreckenflugzeug 200 bis 300 Arbeitsplätze sichere. Letztlich entspreche das der Dimension eines mittelständischen Unternehmens. Der T-Stiel ist ein finanzieller Kraftakt. Er könnte vorsichtig geschätzt etwa zwei Milliarden Euro kosten, sagte Flughafen-Geschäftsführer Lammers. 60 Prozent trage (zum Teil über Kredite) die Flughafen GmbH, 40 Prozent die Lufthansa.

Obwohl Lammers und Reitz beteuerten, dass der Luftverkehr weltweit stark wächst, weisen die aktuellen Zahlen nach unten. In den ersten sechs Monaten ging die Zahl der Starts und Landungen im Vergleich zum Vorjahr um 8,1 Prozent zurück, bei den Passagieren lag der Rückgang bei 4,2 Prozent. Eine „vorübergehende Delle“ und Folge des Irankriegs, sagte Lammers. Doch es gehe aufwärts. Die Kerosinversorgung sei gesichert, betonte Lufthansa-Statthalter Reitz. Am 1. August nimmt die Airline auch Tel Aviv ins Flugprogramm auf, andere Ziele wie Dubai oder Riad (ab Frankfurt) allerdings noch nicht. Weiterer Lichtblick aus Sicht der Lufthansa: Im Herbst kommt der erste neue Airbus A350-1000. Im Vergleich zum Vorgängermodell 350-900 hat er 50 Sitzplätze mehr und verfügt auch gleich über die neue Allegris-Kabinenausstattung. Dennoch: Im Gesamtjahr 2026 werde man nicht die Zahlen von 2025 erreichen, sagte Lammers.DIRK WALTER

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