Ein rätselhafter Mord

von Redaktion

Geschäftsmann (51) in München getötet – Leichenfund bei Garmisch

Der Mord geschah am vergangenen Mittwoch an der Motorworld in Freimann. © IMAGO/Manfred Segerer

Das Mordopfer Wladislaw B. Das gepixelte Foto veröffentlichen wir mit Einverständnis seiner Familie.

Die Leiche wurde nahe dem Parkplatz Barmsee bei Garmisch gefunden. © Müller

Polizeibeamte waren mit Taststöcken im Ebersberger Forst bei Anzing unterwegs. Dort suchten sie nach Spuren oder der Leiche. © Josef Ametsbichler

München – Ein Geschäftstermin an der Motorworld im Münchner Norden. Eine Fahrt in den Ebersberger Forst. Und eine Leiche zwischen Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen: Die Münchner Mordkommission ermittelt aktuell in einem sehr mysteriösen Fall.

Am 15. Juli wurde der Starnberger Geschäftsmann Wladislaw B. (Name geändert) wohl am Auto-Museum in Freimann getötet. Die Leiche des 51-Jährigen wurde an der B2 am Barmsee verscharrt. Jetzt sitzt ein 37-Jähriger aus dem Kreis Garmisch-Partenkirchen in Untersuchungshaft. Der Vorwurf: Mord – aus Habgier.

Die ganze Geschichte begann mit einer Vermisstenanzeige von der Freundin von Wladislaw B. Der Geschäftsmann aus der Immobilienbranche mit Büro in Grünwald (Kreis München) und Haus in Starnberg war am 15. Juli abends nicht nach Hause gekommen. Um 3.30 Uhr rief seine besorgte Lebensgefährtin die Polizei und meldete ihn als vermisst, weil sie ihn nicht erreichen konnte, wie der Mordkommission-Chef Armin Ritterswürden sagt.

Im Zuge der Ermittlungen fanden Ermittler das Auto von Wladislaw B. auf dem Parkplatz vor der Motorworld. Und im Bereich der großen Halle Spuren, die auf eine Gewalttat hinweisen. An der Motorworld hatte sich Wladislaw B. laut Polizei mit dem Tatverdächtigen am Nachmittag des 15. Juli getroffen. Die Männer hatten eine geschäftliche Beziehung, sagte Juliane Grotz, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I. Wie die genau aussah, wollten die Ermittler nicht sagen.

Es gibt Hinweise, dass der Täter nach der Tat in den Nordteil des Ebersberger Forsts fuhr. Warum, ist unklar. Vielleicht, um eine falsche Spur zu legen? Oder die Leiche dort zu vergraben? Am Sonntag und Montag suchte die Polizei dort jedenfalls wie berichtet nach Spuren, fand aber nichts.

Am Montag dann der Durchbruch: Beamte der Mordkommission nahmen den Tatverdächtigen mittags in seinem Zuhause fest. Am Dienstagnachmittag suchten Beamte den Bereich am Wanderparkplatz Barmsee ab. Dort fanden sie schließlich die Leiche von Wladislaw B. Nach der Obduktion stand die Todesursache fest: gewaltsame Fremdeinwirkung. Weitere Details nannten die Ermittler nicht.

Die Polizei ermittelt nun zu den Hintergründen: Kam es beim Treffen an der Motorworld zum Streit zwischen Wladislaw B. und dem Mörder? Waren Schulden im Spiel? Oder hatte die Tat etwas mit der Religion des Familienvaters zu tun? Wladislaw B. war bekennender Jude, trug den Davidstern offen. Die Polizei konzentriert sich nach Informationen unserer Zeitung aber auf das Motiv Habgier.THOMAS GAUTIER CARINA ZIMNIOK

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