Drei Bergtote an einem Tag

von Redaktion

Zwei Wanderer sterben im Karwendelgebirge – 60-Meter-Sturz im Kleinwalsertal

Die Unfallstelle auf der Montscheinspitze (2106 Meter).

Einsatz am Achensee: Eine 37-jährige Frau aus dem Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen konnte nur noch tot ins Tal geflogen werden. © ZOOM.TIROL (2)

München – Sie wollte auf den Gipfel der Montscheinspitze im Karwendel – und kam nie wieder zurück nach Hause. Eine 37-Jährige aus dem Süden des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen machte sich am Donnerstag auf, den Gipfel des 2106 Meter hohen Gebirgsstocks am Achensee in Tirol zu besteigen. Sie fuhr zunächst mit dem Mountainbike zur Plumsjochhütte. Von dort wollte sie zur Montscheinspitze aufsteigen.

Angehörige hatten mit der Frau noch um 10.30 Uhr telefonischen Kontakt, das war das letzte Lebenszeichen. Aus Sorge wurde die 37-Jährige am Abend als vermisst gemeldet. Ebenfalls am Abend, gegen 19 Uhr, machten vier Wanderer eine schreckliche Entdeckung am Berg: Unterhalb des Gipfelwegs fanden sie in einer Rinne eine leblose Frau. Sie setzten einen Notruf ab. Mit dem Heli flog ein Notarzt ein, der konnte aber nur noch den Tod der 37-Jährigen feststellen. Die Frau wurde mit dem Polizeihubschrauber ins Tal geflogen. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an.

Es war nicht der einzige tödliche Unfall in den Alpen am Donnerstag. Im Karwendelgebirge bei Mittenwald ist am selben Tag ein 76-jähriger Urlauber ums Leben gekommen. Der Wanderer aus Berlin befand sich mit seiner Ehefrau im Karwendelgebirge beim Abstieg im Bereich des sogenannten Leitersteigs, als er in einer anspruchsvollen Passage die Kontrolle verlor, wie die Polizei am Freitag berichtete. Der Mann kam von dem schmalen Steig ab und stürzte etwa 70 Meter durch den sehr steilen, teilweise nahezu senkrechten Bergwald hinab. Seine Ehefrau setzte umgehend einen Notruf ab.

Kräfte einer Alpinen Einsatzgruppe der Grenzpolizei sowie der Bergwacht fanden den Verunglückten und starteten umgehend Wiederbelebungsversuche. Der Notarzt konnte jedoch nur noch den Tod des 76-Jährigen feststellen. Die Leiche des Mannes wurde mit Hilfe eines Polizeihubschraubers geborgen. Die Polizei nahm Ermittlungen zur genauen Unfallursache auf. Die Ehefrau wurde von einem Kriseninterventionsteam der Bergwacht betreut.

Und auch im Kleinwalsertal kam eine Urlauberin beim Wandern ums Leben. Die 63-Jährige aus Deutschland war gemeinsam mit ihrem Ehemann am Donnerstag auf einem Wanderweg des Fellhorngrats unterwegs, wie die Landespolizeidirektion Vorarlberg mitteilte. Nach einer Pause beschloss das Ehepaar den Angaben zufolge, den Weg in Richtung Fellhorn nicht fortzusetzen, sondern umzukehren – und zurück zur Bergstation der Söllereckbahn zu wandern. Etwa 500 Meter nach dem Schlappoldeck sei die Urlauberin auf dem markierten Weg mutmaßlich gestürzt – und etwa 60 Höhenmeter durch eine Geröllrinne nach unten gefallen.

Der Ehemann und mehrere andere Wanderer alarmierten die Rettungskräfte. Wegen des unmittelbaren Verlaufs der deutsch-österreichischen Grenze am Grat war die Bergwacht Oberstdorf aus Bayern im Einsatz. Die Bergretter und ein Notarzt konnten nur noch den Tod der Frau feststellen.MC/DPA

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