Ulrich hat schlechte Laune, er krächzt und kauzt und hat mir sogar schon Umzugspläne mitgeteilt: Denn in der Baumhöhle des komischen Kauzes sind über Nacht sonderbare Mitbewohner hereingeflogen: Fledermäuse. Ich fragte, ob die Fledermäuse nun wohl dauerhaft bleiben würden. Ulrich brummte, das sei das Ärgerliche. Fledermäuse seien sehr ortstreu und kämen jahrelang an dieselben Schlafplätze zurück. „Das ist doch schön, ich finde sie nämlich ganz außergewöhnlich, auch wenn ich nicht genau weiß, warum“, schnatterte ich.
Der wunderliche Waldkauz seufzte, streckte die Federn zurecht und begann zu erklären, so wie er es immer tat, wenn er eigentlich keine Lust hatte, aber meine Neugier ihn doch überwältigte. Fledermäuse seien die einzigen Säugetiere der Welt, die wirklich fliegen könnten, nicht nur gleiten, sondern richtig fliegen, mit Flügelschlägen. In Bayern gibt es 25 nachgewiesene Fledermausarten, erfuhr ich. Und, dass es in Bayern rund 33.000 Orte gibt, an denen Fledermäuse nachgewiesenermaßen leben – und, dass eine Fledermaus das stolze Alter von 20 Jahren erreichen kann. „Das ist für so kleine Säugetiere ein erstaunlich hohes Alter, denn im Vergleich werden Mäuse oder Zwerghamster höchstens zwei bis drei Jahre alt“, krächzte der Kauz.
Dann streckte er die Flügel aus und flog lautlos in die Abenddämmerung davon, zurück zu seiner Höhle und seinen neuen kopfüberhängenden Mitbewohnern.
Eure Paula