Für den Ernstfall vorbereitet: Auch Sanitäter, Polizei und Wasserwacht waren am Wehr vor Ort. © Thomas Gaulke
Großeinsatz mit Rettungshubschrauber am Isarwehr Großhesselohe: Zwei Bootsfahrer waren in der Wasserwalze des Wehrs gekentert. Mitfahrer konnten den Mann und die Frau aus dem Wasser ziehen. © Thomas Gaulke
Großhesselohe – Im Sommer mit dem Schlauchboot die Isar zu befahren, ist die schönste Art, die Flusslandschaft zu erkunden – vorausgesetzt, man hält sich an die Sicherheitsregeln. Wer hier nicht aufpasst oder sich von der Gemächlichkeit auf dem Fluss einlullen lässt, bringt sich und andere schnell in Lebensgefahr. Jetzt hat es am Wochenende bei Großhesselohe erneut zwei Schlauchboot-Unfälle gegeben. Nur durch großes Glück und den Großeinsatz von Rettungskräften wurde bei den Unfällen niemand verletzt.
Der erste Unfall ereignete sich am Samstag gegen 17 Uhr am Isarwehr Großhesselohe. Hier geriet eine Gruppe von sieben Personen mit zwei Schlauchbooten in eine gefährliche Notlage. Die Gruppe hatte die Verbots- und Warnschilder nicht beachtet und war auf der Isar geblieben, anstatt auf den Isar-Werkkanal zu wechseln. Im Bereich des Wehrs geriet eines der Boote in die Strömung des Wehrs und kenterte. Die zwei Insassen, eine 29-jährige Frau und ein 33-jähriger Mann, stürzten in die Wasserwalze des Wehrs. Den fünf Insassen des zweiten Bootes gelang es, die beiden aus dem Wasser zu ziehen. Anschließend konnte sich die Gruppe unverletzt ans Ufer retten. Im Einsatz waren Feuerwehr, Polizei, Wasserwacht und Rettungsdienst mit Hubschrauber.
An Land stellte die Polizei dann fest, dass sowohl die 29-Jährige als auch der 33-Jährige angetrunken waren. Die Messung ergab laut Polizei einen Wert von über 0,5 Promille. Die beiden Bootsfahrer haben damit gleich zwei Ordnungswidrigkeiten begangen und müssen nun mit den entsprechenden Folgen rechnen.
Fünf Stunden später, gegen 22 Uhr, fanden sich drei Männer in einer ähnlichen Notlage wieder. Am Isarwerk 1 bei Großhesselohe gerieten sie in die Strömung des Wehrs. Auch hier waren die Bootsfahrer verbotenerweise auf der Isar geblieben und waren nicht auf den Isar-Werkkanal gewechselt. Ob sie die Hinweisschilder angesichts der späten Stunde noch lesen konnten, ist unklar. Sicher ist, dass sie die Isar auf der falschen Seite befuhren. Das Boot der drei Männer geriet in die Strömung des Wehrs und in die Wasserwalze. Dem 26-jährigen und dem 40-jährigen Mann gelang es noch vor dem Eintreffen von Wasserwacht, Feuerwehr und Polizei, sich unverletzt ans Ufer zu retten. Der dritte Mann saß im Boot fest. Einsatzkräfte sicherten den 22-Jährigen mit einem Rettungsring und zogen ihn an Land. Auch er blieb unverletzt.
Angesichts des großen Leichtsinns aller Beteiligten weist die Polizei nachdrücklich darauf hin, dass der Beschilderung und den Sicherheitsvorgaben beim Befahren der Isar unbedingt Folge zu leisten ist. Zu den weiteren Regeln gehört unter anderem, dass die Isar nur mit Kanus, Schlauchbooten und Stand-up-Paddling-Boards befahren werden darf. Das Zusammenbinden mehrerer Boote ist verboten. Es gilt eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille. Kinder und Nichtschwimmer müssen eine Rettungsweste tragen.OSS