Brückenbau verschärft Staugefahr

von Redaktion

Übersicht vor den Sommerferien: An der Salzburger A8 wird es diesmal besonders eng

Sommerzeit, Ferienzeit: Quasi jede Autobahn Richtung Süden steht unter permanenter Staugefahr, warnt der ADAC.

München – Freitag Mittag geht‘s los: Dann starten auch Bayern und Baden-Württemberg in die Sommerferien – und dann dürfte es auf den klassischen Urlaubsrouten eng werden, warnt der ADAC. Noch enger als sonst und nicht nur auf den Autobahnen. Denn wegen einer Demonstration wird am Samstag, 1. August, die Fernpassstraße B179 von 9.45 bis 12 Uhr zwischen Reutte/Katzenberg und Nassereith/Rastland gesperrt. „Da wir an diesem Tag den Höhepunkt der ersten Reisewelle erwarten, dürften alle Ausweichrouten bereits überlastet sein“, sagt ADAC-Experte Alexander Kreipl. „Wer in seiner Planung noch flexibel ist, sollte nach Möglichkeit das erste Ferienwochenende als Reisetage vermeiden. So ließe sich auch die Vollsperrung durch die Demonstration umgehen.“

Hoch ist die Staugefahr in Bayern auch entlang der klassischen Reiserouten: auf der A3 zwischen Kreuz Regensburg und Passau, der A7 von Ulm in Richtung Füssen und Reutte, der A8 zwischen München und Salzburg, der A93 zwischen dem Inntaldreieck bei Rosenheim und Kufstein sowie auf der A95 in Richtung Garmisch-Partenkirchen und auf der A99 rund um München.

Es lauern zudem zahlreiche Baustellen, vor allem wegen maroder Brücken. Beispiel Salzburger Autobahn A8: „Der Abschnitt Samerberg–Siegsdorf ist am 17. August 1936 eröffnet worden“, sagt Josef Seebacher von der Autobahn GmbH, einer Behörde des Bundes. „Die Autobahn ist am Ende ihrer Lebensdauer angelangt.“ Die Folge sind Brückenbauarbeiten, und zwar gleich mehrere: So soll bei Rohrdorf über die Rohrdorfer Ache eine neue Brücke gebaut werden. Los geht‘s zunächst mit einer Baustellenvorbereitung, erklärt Josef Seebacher. Erst nach den Ferien soll in einer „Blitzbaustelle“ innerhalb von sieben Wochen die Brücke neu entstehen. Die nächste Baustelle kommt wenige Kilometer weiter – bei Frasdorf. Auch hier wird eine Brücke neu gebaut, in einer Breite, die auch für den (langfristig geplanten) sechsspurigen Ausbau der A8 ausreichen würde.

Bei Grabenstätt/Übersee erhält ferner die 30 Jahre alte Brücke über die Tiroler Ache neuen Korrosionsschutz, auch hier gibt es Einschränkungen für die Autofahrer. Neu hinzu kommt wahrscheinlich ab Montag, 3. August, eine Brückenbaustelle bei Siegsdorf-West. Zwei Brücken müssen abgebrochen und komplett neu gebaut werden, ein Projekt über mehrere Jahre. Aber warum beginnt man damit ausgerechnet in den Sommerferien? „Es gibt Zwänge“, sagt Sprecher Seebacher. In diesem Fall bestand das Wasserwirtschaftsamt darauf, zunächst mit dem Abbruch zu warten – aus Gründen des Hochwasserschutzes. Eine kleinere Baustelle ist zudem an einer Uralt-Brücke bei Neukirchen/Anger eingerichtet. Mit einem weiteren Großprojekt wartet die Autobahnbehörde bis zum Ende der Ferien: dem Neubau der Saalachbrücke direkt an der Grenze zu Österreich. „Das wird die größte Brückenbaustelle, die wir an der A8 angehen.“

Durchfahrtsverbote im Stau-Fall

Die Baustellenflut an der A8 ist nur ein Beispiel. Baustellen wie an der Luegbrücke auf der Brennerautobahn verschärften die Lage zusätzlich, so der ADAC. Zudem müssen Autofahrer die Durchfahrtsverbote im Kopf haben: In den Landkreisen Miesbach, Rosenheim und Berchtesgadener Land darf man am Wochenende im Staufall nicht von A8 oder A93 abfahren, um einen Stau zu umgehen. Ebenso ist es an der B2 (Farchant) und an der A7 (Ostallgäu) sowie auf der österreichischen Seite (Inntalautobahn und Tauernautobahn). Nur der Landkreis Traunstein hat für seinen Autobahnabschnitt noch kein Abfahrtsverbot verhängt. Die Abfahrtsverbote werden scharf überwacht.DIRK WALTER

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