Warum reiht sich in der Geschichte ein Krieg an den anderen, unterbrochen nur durch kürzere oder längere Pausen? Warum ist dauerhafter Friede nur eine Illusion, nur Waffenstillstand? Novalis legt den Finger auf die Wunde: Die weltlichen Kräfte sind zu verschieden, driften auseinander. Machtstreben, Freiheitswille, Besitzansprüche, Lasten der Vergangenheit, alles dies sind Triebfedern für Veränderung, damit zwangsläufig für Konflikte. Aber liefert nicht eine übergeordnete, überirdische Kraft Grund zur Hoffnung auf eine friedvolle Welt? Nun ist es genau diese höchste Instanz, in deren Schöpfungsplan Konflikte eingewoben wurden. Der Philosoph Leibniz hat recht: Wir leben nun mal nicht im Paradies, sonst wären wir ja göttlich. Verlängern wir aber wenigstens die Friedensphasen so gut wir können, indem wir uns stark machen.PROF. DR. KLAUS MICHAEL GROLL